Tengen – Lilly Knoll kennt sich aus. Und wenn es um Advent geht, sprudelt es nur so aus ihr heraus: „Mein Bruder hat den Weihnachtsmann gesehen“, berichtet die Vierjährige in der Tengener Kita St. Vinzenz. Der Bruder habe sich nämlich an Weihnachten versteckt. Er wollte aufpassen, wenn der Weihnachtsmann kommt. Und sehen, wie dieser die Geschenke hinlegt. Und auch, ob er laut oder leise ist.

Wie der Weihnachtsmann nun aber genau aussieht, verrät Lilly dem SÜDKURIER-Reporter nicht. Kita-Leiterin Sigrun Korynta und die Erzieherin Maria Papandrafilli hatten am Tag zuvor mit den Kindern über Weihnachten gesprochen. Eine kleine Krippe hatten sie bereits aufgebaut.

Jesus oder Sankt Martin?

Zu einer Verwechslung kam es, als Erzieherin Maria Papandrafilli fragte: „Was ist denn das Besondere an Jesus?“ Darauf antwortete eine Vierjährige: „Er wollte die Piraten tot machen.“

Das Mädchen hat Jesus wohl mit dem Soldaten Sankt Martin verwechselt, wie Maria Papandrafilli klarstellte, denn das Gespräch mit dem SÜDKURIER im Kindergarten fand kurz nach dem Martinstag statt. Schließlich sollten die Stimmen der Kinder frühzeitig eingefangen werden – damit der Adventskalender in der Zeitung auch am richtigen Tag beginnt.

Jesus, die Krippe und die Könige

Daraufhin ließen die Kinder die Geschichte rund um Jesus Revue passieren. Sie hatten sogar noch Bilder gemalt, um die Szene in der Krippe festzuhalten. Darauf war die Krippe als bunter Stall zu sehen, die drei Weisen aus dem Morgenland mit ihren Geschenken – aber natürlich auch Jesus und seine Eltern.

Jaden Schrell (5) erklärte: „Hier steht eine Krippe.“ Und in dieser Krippe befinden sich Mutter und Vater von Jesus, wie Lilly Knoll (4) ergänzte. Wie die Beiden heißen, konnte Lia Stihl (4) genau sagen: „Das waren Maria und Josef.“ Jaden ergänzt: „Dann gibt es da noch die Heiligen drei Könige“. Und Kate Maus (5) erklärt: „Die Heiligen drei Könige haben Jesus Geschenke gebracht.“ Lia kennt auch die Namen der Könige: „Kaspar, Melchior und Balthasar.“

Dieses Bild von der Krippe stammt von der vierjährigen Lilly Knoll.
Dieses Bild von der Krippe stammt von der vierjährigen Lilly Knoll. | Bild: Ulli Zeller

Und Lilly sagt: „Genau. Sie sind dem Stern gefolgt.“ Auch die Frage, mit welchem Tier Jesus unterwegs war, konnten die Kinder beantworten: „Er ist mit einem Esel geritten.“ Ein großes Thema waren für die Kinder die Geschenke. Warum es denn an Weihnachten Geschenke gebe, fragten die Erzieherinnen. Die Antwort darauf ließ nicht lange auf sich warten: „Weil man viel Spielzeug haben will.“

Das geflügelte Christkind

Auch spannend war die Frage, wie die Geschenke denn zu den Kindern kommen. Die Geschenke kämen natürlich durch die Tür, meinten einige – auch wenn diese abgeschlossen sei. Andere Kinder sahen dies anders. Nein, die Geschenke kommen doch nicht durch die Tür. Die Geschenke werden durch den Kamin geworfen. Denn schließlich habe das Christkind ja Flügel, so die Kinder.

Das könnte Sie auch interessieren

Jaden Schrell wünscht sich für Weihnachten Schnee und sagt: „Dann kann ich draußen eine Schneeballschlacht machen und einen Schneemann bauen.“ Und wenn es gefroren ist, könne man auch Schlittschuh fahren, hebt Lilly Knoll hervor. Mats Homburger (5) wünscht sich eine Eisbahn und sagt: „Da kann ich dann runter rutschen.“ Eine vergnügte Kinderschar, die sich auf Weihnachten freut – und die Erwachsenen daran erinnert, dass sich die Welt nicht nur um die Corona-Pandemie dreht.