„Die Aufgabe als Ortsvorsteher ist super. Das Problem ist jedoch der andere Beruf.“ Watterdingens scheidender Ortsvorsteher zitiert mit diesen Worten seinen Vorgänger Josef Gräble. Nun beendet Armbruster sein Amt und deutet schon an, in welche Richtung es geht: „Nachdem es im Ortschafts- und Gemeinderat einen Generationenwechsel gegeben hat, soll dieser jetzt auch hier in Watterdingen stattfinden.“

Als größtes Projekt in seiner elfjährigen Amtszeit bezeichnet er die Erschließung des Gewerbegebietes Breitenplatz. „Mein Vorgänger und seine Mitstreiter haben zehn Jahre darum gekämpft. Zu Beginn meiner Amtszeit war es dann so weit“, erinnert er sich. Damals habe es noch kein Bauamt gegeben. Jede Woche sei er als Ortsvorsteher zu Baustellenbesprechungen vor Ort gewesen. Das Ergebnis sieht man, wenn man von Engen aus nach Watterdingen fährt: Ein Gewerbegebiet mit einem großen Autohaus und vielen anderen Unternehmen.

Anbindung an DSL

Armbruster bezeichnet im Rückblick die Anbindung des Ortsteiles an die DSL-Versorgung als wichtigstes Vorhaben seiner Amtszeit. „Zuvor hatten wir größtenteils keinen DSL-Empfang in Watterdingen. Die Stadt Tengen hat damals eine Glasfaserleitung gebaut, um Watterdingen an die bestehende Leitung in Blumenfeld anzuhängen.“ Bedauerlich findet er, dass die Leitung aktuell nur bis zum Rathaus gehe und von dort aus beispielsweise das Gewerbegebiet über die normalen Kupferleitungen weiter versorgt werden.

So idyllisch liegt Tengen-Watterdingen: Blick vom Alten Postweg in Richtung des Tengener Teilortes, in dem Stefan Armruster elf Jahre lang Ortsvorsteher war. Zum Jahreswechsel hat er sein Amt beendet und möchte es in jüngere Hände übergeben.
So idyllisch liegt Tengen-Watterdingen: Blick vom Alten Postweg in Richtung des Tengener Teilortes, in dem Stefan Armruster elf Jahre lang Ortsvorsteher war. Zum Jahreswechsel hat er sein Amt beendet und möchte es in jüngere Hände übergeben. | Bild: Uli Zeller

Als intensivste Baustelle erinnert sich Armbruster an den Umbau der Biberhalle, wozu zum Beispiel die Erneuerung der Küche, der Sanitäranlagen und der Elektroverteilung gehörte. „Die Vereine haben viel selber gemacht.“ Über Monate hinweg sei er regelmäßig bei Baustellenbesprechungen dabei gewesen und habe mit angepackt. „Anspruchsvoll war die Koordination zwischen Vereinen und Handwerkern – dass zum Beispiel die Fliesen weg gespitzt waren bis der nächste Handwerker kam“, so Armbruster.

Misserfolg bei Krippengruppe

Als größten Misserfolg seiner Amtszeit betrachtet er die Tatsache, dass eine Krippengruppe doch nicht wie geplant in das Gebäude der ehemaligen Grundschule nach Watterdingen eingezogen ist, sondern einen Standort in Tengen bevorzugt hat. „Mit den Krippenkindern wäre das Gebäude täglich genutzt worden und hätte Geld gebracht“, zeigt er sich enttäuscht. Immerhin könnten nun die Vereine die ehemalige Grundschule benutzen.

Weitere Projekte in der Amtszeit des Ortsvorstehers waren die Ausweisung des Premium-Wanderwegs, die Erweiterung der Kindertagesstätte und einige kleinere Straßensanierungen. Ein wenig Wehmut bleibt, wenn Armbruster sagt: „Seit neun Jahren ist das kaputte Teilstück des Biberweges nicht repariert worden.“

Lob an Vereine und Ehrenamtliche

Eines erwähnt Stefan Armbruster im Gespräch immer wieder: Die vielen Vereine und Ehrenamtlichen, die helfenden Hände. Sie seien immer da gewesen, wenn man sie brauchte. „Ohne diesen Einsatz wäre all das gar nicht möglich“, betont er.

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Als Beispiel nennt er die Modellflieger, die bei der Alten Postweghütte ihre Flugzeuge kreisen lassen: „Sie haben Watterdingen eine Kleinkindschaukel am Spielplatz, einen Beamer mit Leinwand und Holzsitzbänke für die Grundschule gestiftet. Das ist nicht selbstverständlich.“