Früher sei alles komplizierter gewesen, lautete die Botschaft in der jüngsten Tengener Gemeinderatssitzung. Denn früher hätten Tengens Bauhofmitarbeiter genau überlegen, wie die Arbeit koordiniert werden kann, um bestmöglich aneinander vorbei zu kommen: Beispielsweise, wenn es im Winter darum ging, schnell auszurücken, um schneebedeckte oder gar vereiste Straßen zu streuen. Denn es gab nur eine Bauhof-Ausfahrt, durch die oftmals mehrere Fahrzeuge mussten.

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Dieses und weitere Probleme sind inzwischen gelöst. Denn das Bauhofgelände und das Bauhofgebäude Tengen sind inzwischen neu gestaltet. Es gibt mehrere Ausfahrten. Und in der Zeit, in der die Bauhof-Mitarbeiter früher noch überlegen mussten, wie sie die baulichen Hürden überwinden können, haben sie heute – wie es bei der jüngsten Sitzung des Tengener Gemeinderates hieß – vielleicht schon die ersten Kilometer der Straße gestreut.

Dort wurde noch einmal auf die Zahlen rund um den Bauhofneubau geschaut. Petra Fritsch, verantwortlich für das Bauwesen bei der Stadt Tengen, erläuterte: „Das Bauvorhaben hat sich dynamisch verhalten.“ Sprich: Es wurde teurer. Um eine gute viertel Million Euro. Ein Grund dafür sei, dass es einen personellen Wechsel im Bauamt gegeben habe. Bürgermeister Marian Schreier wies auf verschiedene Lagerungssysteme in der Verwaltung hin, die eine stringente Weiterführung für die Nachfolgerin erschwert hätten. Schreier hatte die Lacher im Gemeinderat für diese Äußerung auf seiner Seite – definierte jedoch nicht näher, wie viel Wahrheit diese Feststellung wirklich enthielt.

Ein weiterer Grund für die Mehrkosten waren die zusätzlichen Arbeiten, die erst in ein

Bauhofleiter Ludwig Küderle freut sich über das neue Bauhofgebäude in Tengen. Der Gemeinderat hat in der jüngsten Sitzung die Kosten des Neubaus zur Kenntnis genommen.
Bauhofleiter Ludwig Küderle freut sich über das neue Bauhofgebäude in Tengen. Der Gemeinderat hat in der jüngsten Sitzung die Kosten des Neubaus zur Kenntnis genommen. | Bild: Uli Zeller

em zweiten Schritt nach der eigentlichen Planung beschlossen wurden. So zum Beispiel eine Hebebühne und eine Holzwerkstatt. Thomas Wezstein (Freie Wähler) äußerte: „45.000 Euro Mehrkosten für die Einrichtung – das wäre schon noch eine weitere Diskussion im Gemeinderat wert gewesen.“ Albrecht Finsler (CDU) merkte an: „Für die Zukunft sollten wir daraus lernen und bei der Planung einen Faktor X dazu rechnen.“ Tengens Bürgermeister Marian Schreier äußerte darüber hinaus: „Für weitere solche Projekte wäre auch eine begleitende Arbeitsgruppe eine sinnvolle Maßnahme.“ Dass sogar noch weitere Kosten zu der viertel Million hinzukommen, machte Adelbert Zeller (Freie Wähler) mit einer Rückfrage deutlich: „Sind in diesen Beträgen die Leistungen des Bauhofs schon dabei?“ Dies verneinte Fritsch. Die Kosten für die Bauhofmitarbeiter würden erst zu einem späteren Zeitpunkt auftauchen. „Wir müssen also noch mit weiteren Mehrkosten rechnen“, fasste Zeller zusammen.

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Der neue Bauhof in Tengen wurde somit mindestens eine viertel Million Euro teurer als ursprünglich geplant. Aber die Bürger können sich dafür bei vielen Anlässen freuen, bei denen der Bauhof anpackt. Zum Beispiel bei jeder gestreuten Straße, die sie mit weniger Unfallgefahr befahren können. Vielleicht wäre sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht frei geräumt, wenn sich alle Streufahrzeuge durch nur ein Tor quetschen müssten.

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