Abgefressene Bäume weisen auf den Nager ebenso hin wie verschiedene Biberdämme in Bächen auf der Gemarkung Tengen. Dem Biber wird in Tengen-Uttenhofen bald ein Biberlehrpfad gewidmet.

Helmut Groß hat sich mit seiner Kamera in Tengen-Uttenhofen auf die Pirsch begeben – und er hat den Biber vor die Linse bekommen.
Helmut Groß hat sich mit seiner Kamera in Tengen-Uttenhofen auf die Pirsch begeben – und er hat den Biber vor die Linse bekommen. | Bild: Helmut Groß

„Es wird ein Rundweg mit Brücke und Infotafeln sein“, erläutert Karlheinz Hofgärtner, Gemeinderat aus Uttenhofen. „Es gibt mehrere Biberdämme, die man auf dem Weg bestaunen kann“, ergänzt Robert Mick, Ortsvorsteher der Tengener Gemeinden Uttenhofen und Talheim.

Der Trampelpfad soll eine Lücke des Wanderwegenetzes in Tengen schließen, betont Hofgärtner: „Der Weg wird bei den zwei Biberdämmen unterhalb von Uttenhofen beginnen.“ Auf dem Rundweg könne man den Tobelbach mit seinen vielfältigen Wasserkaskaden mit einer Breite von 20 Metern bestaunen. Der Trampelpfad wird an naturnahen Hangschluchtwäldern vorbei führen. „Und zuletzt geht der Weg dann wieder in die Mühlbachschlucht“, so Hofgärtner.

Viele Tiere schätzen das Gebiet

Alt-Bürgermeister Helmut Groß hat sich mit seiner Kamera auf die Pirsch begeben. Und er hat den Nager vor die Linse bekommen. „Auch andere Tiere wie Libellen und Enten schätzen das naturnahe Gebiet rund um den Lauterbach„, erläutert Groß. Als Beweis liefert er gleich entsprechende Bilder und weist auf das Prädikat „Luftkurort“ hin, das nicht nur für Tengen gelte, sondern auch für alle Teilorte.

Eine Libelle am Lauterbach.
Eine Libelle am Lauterbach. | Bild: Helmut Groß

Der langjährige frühere Bürgermeister von Tengen erinnert sich: „Zum ersten Mal wurde der Biber vor vielen Jahren zwischen Büßlingen und dem Dreschschuppen in Beuren entdeckt“. Die Biberbeauftragte habe vermutet, die Biber seien aus der Schweiz gekommen.

Nicht überall sei der Biber begeistert empfangen worden. Manche Bewirtschafter der Wiesengrundstücke sorgten sich, dass der Traktor einbrechen könnte – denn Biber untergraben die Wiesen vom Ufer her. „Der Ausweg im Ried war, einen kleinen See für den Biber anzulegen“, erinnert sich Groß.

Hier wird fleißig gebaut

Auch an anderen Orten in Tengen ist der Biber aktiv, wie Helmut Groß weiß: „Im Breitental, unterhalb der Berghöfe, hat sich ein Biber Dämme gebaut – oberhalb der Sturmfläche.“ Eine weitere Stelle soll der Petersee“ im Wald sein, von den Berghöfen in ichtung Tengertalhof. Im Körbeltal zwischen Kellermühle und der Unteren Mühle Richtung Büßlingen sind die Biber ebenfalls sehr aktiv, so Groß.

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Am alten Bach in Tengen, unterhalb der Straße Am Geigersbuck werde auch fleißig an Dämmen gebaut. Durch den Bach konnte der Biber nicht zuwandern. Denn am Ende der Verrohrung beim Festplatz ist ein Energievernichtungsbauwerk. „Für den Biber ist dieses Hindernis nicht zu überwinden“, erläutert Tengens Alt-Bürgermeister Helmut Groß.

„Mit 4,30 Metern Höhe von der Bachsohle bis zur Oberkante ist der Damm in Tengen-Uttenhofen vielleicht der größte Biberdamm Europas.“ Robert Mick, Ortsvorsteher von Uttenhofen und Talheim
„Mit 4,30 Metern Höhe von der Bachsohle bis zur Oberkante ist der Damm in Tengen-Uttenhofen vielleicht der größte Biberdamm Europas.“ Robert Mick, Ortsvorsteher von Uttenhofen und Talheim | Bild: Uli Zeller

Nicht nur die Anzahl der Orte, in denen der Biber aktiv ist, sind in Tengen beachtlich. Auch die Höhe der Dämme, die er baut. Robert Mick, Ortsvorsteher von Uttenhofen und Talheim vermutet: „Mit 4,30 Metern Höhe von der Bachsohle bis zur Oberkante ist der Damm in Tengen-Uttenhofen vielleicht der größte Biberdamm Europas„

Orte, an denen Biber aktiv sind

An folgenden weiteren Stellen auf Tengener Gemarkung ist das größte Nagertier Europas aktiv:

  • Büßlingen: An der Schweizer Grenze aus Richtung Hofen.
  • Am Bach zwischen Büßlingen und Dreschschuppen Beuren.
  • An einigen angelegten Seen im Ried, von Beuren in Richtung Binningen.
  • In Beuren Richtung Blumenfeld, am Ortsausgang Beuren.
  • In Blumenfeld Richtung Watterdingen, Ortseingang Watterdingen.
  • Im Körbeltal zwischen Kellermühle und unterer Mühle Richtung Büßlingen.
  • Am alten Bach in Tengen, unterhalb der Straße Am Geigersbuck
  • Am Petersee im Wald, von Berghöfen in Richtung Tengertalhof.
  • Breitental, unterhalb der Berghöfe, oberhalb der Sturmfläche.

Quellen: Ludwig Küderle (Bauhofleiter), Helmut Groß (Alt-Bürgermeister und Fotograf)

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