Die Ministranten wurden kreativ. Im Einsetzungsgottesdienst von Pfarrer Matthias Zimmermann in Tengen hielten sie Schilder nach oben. Eine Hand war darauf zu sehen. Auf einem anderen Schild ein Auge. Dann war da noch ein Fuß. Und zuletzt schlichtete das Herz den Streit. Bei dem Streit war es – wie im richtigen Leben – darum gegangen: Wer von uns ist denn der Wichtigste? Fuß oder Hand? Ohr oder Auge? Bis schließlich alle auf das Herz hörten: „Jeder von uns ist etwas Besonderes und hat andere Gaben.“

Und damit waren die Katholiken schon mitten in der Schriftlesung, in der es um die zerstrittenen Korinther ging. „Die Kirche als Leib soll eine Einheit von vielen Gliedern sein“, so die Botschaft, die die Ministranten der Kirchengemeinde mit auf den Weg gaben.

Bevor Matthias Zimmermann die Leitung der Tengener Seelsorgeeinheit übernommen hat, war Pfarrer Harald Dörflinger 14 Jahre lang Seelsorger in Tengen. Der Wechsel zu Matthias Zimmermann ist nicht nur ein Wechsel der Pfarrstelle. Neu ist, dass die Tengener Katholiken nun von Engen aus betreut werden.

Jeder kann das machen, was er gut kann

Matthias Zimmermann, der als langjähriger Dekan die Situation im Hegau gut kennt, sieht darin viele Vorteile. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER erläutert er die Vorteile der neuen Situation. „Wir werden als Seelsorgeteam mit zehn Leuten für die Tengener da sein.“ Als einer, der selbst auch schon Pfarrer einer kleinen Pfarrei war, weiß er: „Es kann schwierig sein, wenn ein Pfarrer für alle Aufgaben zuständig ist. Mit zehn Leuten dagegen können wir die Aufgaben gut verteilen. So kann jeder das machen, was er gut kann.“

Matthias Zimmermann (vorne) während der Investitur zum Leiter der Seelsorgeeinheit Tengen. Er wurde vom stellvertretenden Dekan Thorsten Gomper (hinten) in einem feierlichen Gottesdienst in sein Amt eingeführt.
Matthias Zimmermann (vorne) während der Investitur zum Leiter der Seelsorgeeinheit Tengen. Er wurde vom stellvertretenden Dekan Thorsten Gomper (hinten) in einem feierlichen Gottesdienst in sein Amt eingeführt. | Bild: Uli Zeller

Die Investitur (Einsetzung) von Pfarrer Matthias Zimmermann zum Leiter der Seelsorgeeinheit führte der Hilzinger Pfarrer Thorsten Gomper durch. „Die Investitur ist eigentlich eine bischöfliche Aufgabe, die der Dekan übernimmt“, erläuterte Zimmermann. Da Zimmermann jedoch selbst Dekan im Bezirk ist, wurde er von seinem Stellvertreter Thorsten Gomper eingesetzt.

Auch die Gemeinde ist bei der Mitarbeit gefordert

Michael Weber als evangelischer Pfarrer von Tengen spannte den Bogen der Mitarbeit in seinem Grußwort noch weiter. Er ermutigte auch die Gemeinde, kräftig mit anzupacken und den neuen Pfarrer nach Kräften zu unterstützen.

Bürgermeister Marian Schreier würdigte in seiner Ansprache im Gottesdienst die wichtige Aufgabe der Kirche: „Gerade in Zeiten wie diesen ist das Bedürfnis nach Orientierung und Struktur sehr groß. Die Kirche spielt dabei eine besondere Rolle.“ Der Bürgermeister verwies auf die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt, katholischer und evangelischer Kirche. Die gemeinsam gestartete Nachbarschaftshilfe in der Hochphase der Corona-Pandemie sei nur eines von vielen Beispielen.

Mit einem Augenwinkern räumte Schreier ein, dass Pfarrer Zimmermann den Tengener Bürgermeister übertroffen habe: „Sie sind neben Engen jetzt auch für Tengen zuständig. Darum gehören jetzt die drei schönsten Städte der Welt zu Ihrem Gebiet.“

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