Die Oma ist gestorben. Der Sarg steht in der Aufbahrungshalle, die Familie davor. Doch draußen stürmt und regnet es. Und es gibt keinen Wetterschutz für die Trauernden. Immer wieder wird deshalb der Wunsch nach einer Überdachung an die Tengener Stadtverwaltung und den Gemeinderat herangetragen.

Bereits 2008 bis 2010 sei ein Anlauf genommen worden, eine Überdachung zu errichten, erklärt Bürgermeister Marian Schreier im Rat. Sieben bis acht Varianten habe es gegeben. Von einer Umsetzung habe man damals abgesehen. Der Bezirksbeirat habe nun angeregt, das Thema wieder aufzugreifen. „Im Haushalt 2021 und im Haushalt 2022 wurden daher Planungsmittel für eine Überdachung am Friedhof Tengen eingestellt“, berichtet Schreier.

19 Studierende machen Vorschläge

In Zusammenarbeit mit Professor Werner Bäuerle, der bereits das Tengener Ärztehaus entworfen hatte, wurde ein Wettbewerb an der Architektur-Fakultät der Hochschule Kaiserslautern ausgelobt. 19 Studierende nahmen daran teil und reichten Vorschläge für eine Überdachung ein.

Im Gemeinderat wurden nun die drei besten Entwürfe gezeigt: von Dennis Müller (3. Platz), Denise Hasenstein (2. Platz) und Jan Britzius (1. Platz). „Damit soll ein einheitlicher Informationsstand im Gemeinderat herrschen“, fasste Schreier das Ziel dieser Aktion zusammen.

Die Räte zeigten sich zum Teil irritiert, da das Thema überraschend auftauchte. Thomas Wezstein (FW) sagte: „Ich bin verwundert, dass wir vorab nicht informiert wurden. Wenn wir von Bürgern darauf angesprochen werden, sollten wir doch Bescheid wissen.“ Zudem gebe es auch Architekten vor Ort. Diese solle man auch einbeziehen, so Wezstein. Thorsten Frank (CDU) erkundigte sich, was die verschiedenen Varianten kosten würden. Josef Ritzi (SPD) sagte über die Präsentationen: „Die vielen Informationen haben mich erschlagen.“

Vorgehen und Zeitplan offen

Bürgermeister Marian Schreier erläuterte: „Wenn Mittel im Haushalt eingeplant sind, entscheidet die Verwaltung innerhalb der festgelegten Grenzen. Man kann nicht einerseits fragen, wann Projekte endlich umgesetzt werden und sich andererseits wundern, wenn dann etwas passiert.“

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Auf anschließende Nachfrage des SÜDKURIER sagte Schreier, es sei vor allem darum gegangen, das Thema wieder aufzugreifen. Weiter betonte er, dass auch die Varianten aus den Jahren 2008 bis 2010 von örtlichen Architekten in die weiteren Überlegungen einbezogen werden können.

Eine genaue Benennung der Kosten sei im Rahmen des zweiwöchigen Studentenwettbewerbes nicht möglich gewesen. Die Kosten des Studentenwettbewerbs beliefen sich auf 900 Euro. Das weitere Vorgehen und der Zeitplan seien offen.