Es sollte ein schöner Urlaub auf den Höhen des Hegau werden. Doch für vier Gäste des Tengener Campingplatzes endete er in der Nacht auf Freitag mit einer Katastrophe. Dabei dürfte das Unglück ganz gemütlich begonnen haben. „Die Gruppe saß bei einem Wohnwagen beisammen“, berichtet Tatjana Deggelmann von der Pressestelle des Konstanzer Polizeipräsidiums. Zu vorgerückter Stunde sei versucht worden, eine große Edelstahl-Feuerkugel mit Ethanol als Brennstoff zu befüllen. Doch dann passierte es: Eine Stichflamme bildete sich und vier Personen wurden schwer verletzt.

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Gegen 22.40 wurde die Rettungsleitstelle von den geschockten Zeugen telefonisch informiert. Die Verantwortlichen der Integrierten Leitstelle (ILS) in Radolfzell organisierten einen Großeinsatz, um den Brandopfern schnell helfen zu können. Vier Rettungshubschrauber wurden Richtung Campingplatz angefordert. „Christoph 11 kam aus Villingen-Schwenningen„, berichtet Uwe Rudolf als Leiter der ILS. Ein weiterer Helikopter wurde aus München angefordert, da die Kollegen aus Friedrichshafen nachts nicht fliegen dürfen. Zwei Rettungshubschrauber sind aus der Schweiz zu dem Großeinsatz von Polizei und Rettungsdienst angefordert worden.

Noch ist völlig unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte. „Nach dem Befüllen einer Feuerkugel mit Ethanol aus einem Kanister kam es aus noch nicht genau bekannter Ursache zu einer Stichflamme und in der Fortfolge zum Entzünden des Ethanols„, heißt es im Bericht des Führungs- und Lagezentrums des Polizeipräsidiums am frühen Freitagmorgen. Durch das teilweise verschüttete und brennende Ethanol hätten sich vier Feriengäste im Alter von 36 bis 43 Jahren schwere Brandverletzungen zugezogen. „Der Rettungsdienst war mit insgesamt 35 Rettungskräften vor Ort“, schreibt Andre Mayer in der Schnellmeldung. Die vier Verletzten wurden mit den Hubschraubern in Spezialkliniken geflogen. Aufgrund glücklicher Umstände und des beherzten Eingreifens eines Zeugen sei es gelungen, die Flammen schnell zu löschen, so dass auf dem Campingplatz kein weiterer Schaden entstand.

Der Tengener Campingplatz ist idyllisch am Rande der Kleinstadt auf den Anhöhen der Hegaulandschaft gelegen.
Der Tengener Campingplatz ist idyllisch am Rande der Kleinstadt auf den Anhöhen der Hegaulandschaft gelegen. | Bild: Helmut Groß

Jetzt ermittelt der Kriminaldauerdienst des Polizeipräsidiums Konstanz, wie es zum Unglück kommen konnte. „Die Zeugenbefragungen dauern noch an“, berichtet Pressesprecherin Tatjana Deggelmann.

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So haben es die Tengener erlebt

  1. Die Geräusche: Immer wieder waren Hubschrauber in der Nacht zu hören. Mehr als zwei Stunden lang, was für Tengener Verhältnisse sehr ungewöhnlich ist. Es sei sehr laut für alle gewesen, die in der Nähe des Campingplatzes wohnen.
  2. Die Spekulationen: Das Geschehen hat viele betroffen gemacht, da kaum einer wusste, was geschehen ist. Anwohner haben sich gefragt, was da wohl passiert sei. Erste Vermutungen gingen in die Richtung, dass man vielleicht jemanden suchen würde, weil immer wieder weitere Hubschrauber über die Häuser hinweg geflogen sind.
  3. Die Feuerwehr: Nicht in den Einsatz involviert war die Tengener Feuerwehr, berichtet Feuerwehrkommandant Wolfgang Veit auf Nachfrage des SÜDKURIER. Augenzeugen ist es laut Polizei gelungen, die Flammen schnell selbst zu löschen.
  4. Der Bürgermeister: Auch Tengens Bürgermeister Marian Schreier hat sich bereits zu den Geschehnissen geäußert: „Ich habe von den schrecklichen Verletzungen gehört und bin sehr betroffen. In Gedanken bin ich bei den Betroffenen und wünsche Ihnen gute Besserung“, lautet seine Stellungnahme zu dem Unglücksfall.