Man stelle sich einen Zehnjährigen vor. Der Viertklässler lebt in Büßlingen, Beuren oder Blumenfeld. Er brütet über einer Textaufgabe, die er nicht versteht. Da ein Virus das Land lahmgelegt hat, kann er nicht nach Tengen in die Schule. Wie kann der Lehrer um Hilfe gefragt werden? Natürlich über ein digitales Endgerät wie Tablet oder Laptop. „In Tengen ist die Lage verhältnismäßig gut“, betont Schulleiter Alexander Windt von der Tengener Nachbarschaftsschule. „Nur einer Handvoll der rund 170 Schüler steht zuhause kein mobiles Endgerät zur Verfügung“, berichtet der Direktor.

Verzicht auf die digitale Gießkanne

Bereits vor dem aktuellen Beschluss des Gemeinderates habe das Kultusministerium den „Medienentwicklungsplan 2.0“ vorgegeben, wie Windt berichtet. Demnach sollten Kommunen Geld erhalten, wenn die Schule einen Mediennutzungsplan vorlegt. „Da wir eine Grundschule sind, wollten wir Laptops und Tablets nicht mit der Gießkanne über die Kinder ausgießen“, drückt Windt die pädagogischen Bedenken des Tengener Lehrerkollegiums aus. Vielmehr sollten die Kinder altersentsprechend an die neuen Medien herangeführt werden. „In der ersten Klasse stehen Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen im Vordergrund“, so Windt.

Immer mehr Tablet-Stunden

Von Klasse zu Klasse würden die Kinder dann aber verstärkt angeleitet, die digitalen Medien sinnvoll zu nutzen. Das bedeutet: Es gibt jede Woche gezielte Tablet-Stunden. In diesen Stunden können die Schüler im individuellen Tempo die Inhalte aus Fächern wie Deutsch oder Mathematik vertiefen. Dafür gebe es gute Lern-Apps von den Verlagen, die auf die Schulbücher abgestimmt seien.

„In der ersten Klasse sind es acht Stunden pro Jahr, in der zweiten Klasse zwölf und in der dritten Klasse 15 Stunden“, so der Schulleiter. Erst in der vierten Klasse gebe es in jeder Schulwoche eine Tablet-Stunde – also 36 Stunden pro Jahr. Für diesen Zweck wurden bereits Gelder zur Verfügung gestellt – und 27 neue Tablets angeschafft. Diese bleiben in der Schule und werden dort zum Lernen benutzt.

Schulleiter Alexander Windt vor dem Schild der Tengener Nachbarschaftsschule. Der Digitalpakt ermöglicht es der Schule jetzt, weitere Tablets für Schüler anzuschaffen.
Schulleiter Alexander Windt vor dem Schild der Tengener Nachbarschaftsschule. Der Digitalpakt ermöglicht es der Schule jetzt, weitere Tablets für Schüler anzuschaffen. | Bild: Uli Zeller

In den Zeiten der strengen Corona-Maßnahmen mussten die Schüler dann von zuhause aus lernen. „Einfache Sachen wie Blätter hochstellen oder kopieren haben gut geklappt“, lobt Windt die Schüler und deren Eltern. „Weil der persönliche Kontakt zwischen Lehrern und Schülern wichtig ist, haben wir Online-Unterricht angeboten“, erläutert Windt. Jedoch seien auf diesem Wege einige Schüler nicht erreichbar gewesen. Aus diesem Grund werden nun Geräte angeschafft.

So wird künftig investiert

Das Thema Digitalisierung beschäftigt auch Tengens Gemeinderat. Bürgermeister Marian Schreier erläuterte dort kürzlich: „85,84 Euro stehen pro Schüler zur Verfügung.“ Der Bund stelle die eine Hälfte zur Verfügung, das Land die andere Hälfte.

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Nicht nur Tablets sollen für das Geld gekauft werden, wie Schulleiter Windt erläutert. Das Geld soll auch in die digitale Infrastruktur an der Schule investiert werden. „So werden weitere WLAN-Hotspots installiert. Auf diese Weise wird verstärkt digitales Lernen im Schulalltag möglich“, so Wind. Die Geräte sollen im Falle eines weiteren Lockdowns an die entsprechenden Familien ausgeliehen werden, damit der persönliche Kontakt zwischen Schülern und Lehrern möglich ist.

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