Wer über die B 314 an Tengen vorbei fährt, sieht auf dem Festplatz den grünen Wirtschaftsanbau für das Tengener Schätzele-Markt-Festzelt. Er ist 35 Meter lang. Würde man den Anbau auf die Seite kippen, wäre es ein imposanter Turm. Fast so hoch soll ein Funkturm werden, den eine Schwesterfirma der Telekom in Tengen-Weil bauen möchte. So sehr sich die Bürger von Watterdingen und Weil besserem Empfang für ihr Mobiltelefon wünschen, so sehr wirft der Turm Fragen auf.

Der Weiler Ortsvorsteher Roland Meßmer betont: „Wir sind nicht von vornherein gegen diesen Funkturm. Es geht um die Art und Weise. Wir möchten informiert werden.“ Er wisse, wie abhängig sie vom guten Empfang seien. Dabei denke er beispielsweise an das Baugebiet Heiligs Wiesle, in dem es keine Telefonleitung gebe: „Das wäre eine Katastrophe ohne Funkmasten“, so Roland Meßmer.

Bisher nur mündliche Zusicherung

Mehrere Kritik-Punkte sind es, die er als Sprecher von Tengen-Weil vorbringt. „Mir wurde nicht schriftlich gesagt, wer von dem Funknetz versorgt wird.“ Nur mündlich habe man zugesichert, dass das Netz für Watterdingen und Weil sei.

Wenige Meter neben dem neuen Turm befindet sich zudem ein alter Funkmast. Dieser ist nur zehn Meter hoch. „Warum muss der neue Turm jetzt dreimal so hoch sein?“, fragt Roland Meßmer. Das verstehe doch nur der Fachmann. Dem Laien müsse man es aber erklären.

Große Veranstaltung nicht möglich

Als der alte Funkturm in Weil gebaut wurde, habe es eine Informationsveranstaltung für die Weiler im Bürgerhaus gegeben. „Das war eine saubere Sache“, erinnert sich Ortsvorsteher Meßmer. „Da konnten alle Fragen gestellt werden.“ Tengens Bürgermeister Marian Schreier verwies in der gleichen Sitzung auf die besondere Zeit der Corona-Pandemie.

„Die Fallzahlen gehen nach oben. Daher wird eine große Informationsveranstaltung zum Funkturm nicht möglich sein“, so Schreier. Der Ortsvorsteher von Watterdingen, Stefan Armbruster, regte an: „Der Betreiber könnte doch eine Online-Veranstaltung anbieten, bei der er über den geplanten Bau informiert.“ Auch könne man das Projekt den Bürgern im Mitteilungsblatt nahe bringen.

Stadt hat zwei Monate Zeit

Bürgermeister Schreier erläuterte: „Es gab die Überlegung, den bestehenden Masten aufzurüsten – aber dies war nicht möglich. Also wurde ein neuer Standort gesucht.“ Der neue Turm führe vor allem zu einer besseren Netzabdeckung, so Marian Schreier. Der Bauantrag sei jedenfalls vom Betreiber gestellt worden.

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Nun sei die Stadt gezwungen, zu reagieren, so der Bürgermeister. Dies müsse innerhalb zwei Monate nach Antragsstellung geschehen. „Statt einer Informationsveranstaltung würde ich aufgrund der Pandemie dafür plädieren, schriftlich zu informieren.“ Eine Entscheidung über den Bauantrag wurde mangels weiterer Informationen im Gemeinderat erst einmal vertagt.