Pfarrer Harald Dörflinger wird nach 14 Jahren Dienst in Tengen und in der Seelsorgeeinheit Am Randen-Tengen in drei Gottesdiensten verabschiedet. Ob Jugendarbeit, Liturgie oder Musik – Dörflinger war vielseitig engagiert. Wegbegleiter erinnern sich an die gemeinsame Wegstrecke mit dem Geistlichen.

„Die Jugendarbeit innerhalb der Kirche hat in den letzten Jahren sehr von Pfarrer Dörflinger profitiert“, erläutert Oberministrant Simon Weber. Bevor Dörflinger nach Tengen kam, habe es keine nennenswerte Ministrantenarbeit im Ort gegeben. Weber erzählt von gemeinsamen Pfingstlagern mit einem engagierten Pfarrer – und von geradezu legendären Quizrunden im Bus zu Ministranten-Themen und rund um den Vatikan.

Lateinische Messe fand großen Anklang

Und noch ein anderer Punkt fällt Simon Weber in Bezug auf das Wirken des Pfarrers ein: „Gerne erinnere ich mich an unsere lateinische Messe in Tengen.“ Der Chor hat eine Messe mit Gebeten und Gesängen nur auf Latein zelebriert. Harald Dörflinger habe das Experiment aus ganzem Herzen unterstützt. Und die lateinische Messe fand Anklang im Städtchen und bescherte mehrmals eine volle Kirche.

Dies sieht Klaus Lohberger vom Vorstandsteam des Ökumenischen Chors ähnlich: „Pfarrer Dörflinger war immer ein verlässlicher Partner. Er hat die Kirchenmusik unterstützt, wo immer er konnte.“ Und dies habe er nicht nur mit Worten getan, sondern auch finanziell – etwa wenn es darum ging, die teuren Noten für die 50 Sänger zu beschaffen oder die begleitenden Berufsmusiker zu finanzieren.

„Pfarrer Dörflinger hat unsere Familie maßgeblich im Glaubensleben begleitet.“Bernd Büttner, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates Tengen
„Pfarrer Dörflinger hat unsere Familie maßgeblich im Glaubensleben begleitet.“Bernd Büttner, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates Tengen

Einer, den der Geistliche in den vergangenen Jahren gefördert hat, ist Bernd Büttner. Büttner ist inzwischen Vorsitzender des Pfarrgemeinderates in Tengen. Er erläutert: „Pfarrer Dörflinger hat unsere Familie maßgeblich im Glaubensleben begleitet. Dies führte sogar dazu, dass mein Schwiegervater zum katholischen Glauben konvertierte – vollzogen und zelebriert bei uns zu Hause.“ Weitere bleibende Eindrücke habe eine Fußwallfahrt bei Büttner hinterlassen. In einer Ruine mit Blick aufs Donautal hätten sie die Eucharistie gefeiert.

Als Vertreter der evangelischen Gemeinde in Tengen äußert sich Prädikant Bernd Barth: „Die Zusammenarbeit mit Pfarrer Dörflinger war immer konstruktiv. Nie hat er gesagt: ‚Das können wir nicht machen‘. Sondern der Tenor war immer: Wie können wir es gestalten, dass wir es gemeinsam machen können? Das hat ihn für mich ausgezeichnet. Ich hatte immer das Gefühl, dass wir gemeinsam im Weinberg des Herrn arbeiten.“

„Pfarrer Dörflinger hat die Kirchenmusik unterstützt, wo immer er konnte.“Klaus Lohberger, Vorsitzender des Ökumenischen Chores
„Pfarrer Dörflinger hat die Kirchenmusik unterstützt, wo immer er konnte.“Klaus Lohberger, Vorsitzender des Ökumenischen Chores

14 Jahre war Pfarrer Harald Dörflinger in Tengen. In dieser Zeit hat er etwa 5000 Messen gefeiert, 80 Ehepaare getraut und 270 Kinder getauft. Außerdem begleitete er gut 360 Kommunionkinder und beerdigte 450 Verstorbene. Nun zieht er weiter an seine nächste Stelle im Schwarzwald.

Tengener Katholiken bestehen auf Abschiedsfeier

Wegen der Corona-Pandemie wollte der Geistliche eigentlich auf eine Abschiedsfeier verzichten, wie er im Gespräch mit dem SÜDKURIER erläuterte. Da sich die Katholiken aber eine Abschiedsfeier gewünscht hatten, finden mehrere Gottesdienste mit begrenzter Teilnehmerzahl statt. Und es wird ein Abschied ohne Händeschütteln werden.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €