Sein Leben ist zutiefst mit dem Sport um das runde Leder verflochten. Michael Frank wurde von seinem Vater bereits als Kind trainiert. Und inzwischen ist er der Vater, der von seiner fünfjährigen Tochter auf den Fußballplatz begleitet wird. Das Fußballer-Gen scheint sich bei den Franks über die Väter zu vererben.

Einfach sei es jedoch nicht immer, wenn der eigene Vater auch der Trainer ist, erinnert er sich an seine Kindheit: „Nach dem Training sind die anderen Kinder heim gegangen. Und ich musste noch beim Aufräumen helfen.“ Bälle, Trikot-Koffer und Umkleidekabine waren zwar aufgeräumt – doch Feierabend war noch nicht: „Nach so manchem verlorenen Spiel ging es zuhause nochmal an den Taktiktisch.“

Mit dem Fahrrad zum Training

Schnell schlug Frank den Weg des Vaters ein. Als Kind ist er in Tengen-Weil aufgewachsen und spielte in Watterdingen Fußball. Frank erzählt: „Wenn mich niemand zum Training fahren konnte, bin ich eben mit dem Fahrrad nach Watterdingen gefahren.“

Wer die Hügel zwischen Watterdingen und Weil kennt, weiß wie sehr Frank seinen Sport lieben muss. Denn die sportliche Krönung kam nach dem Training. Beim Hinaufstrampeln von Watterdingen nach Weil.

Spezi aus einem Stiefel

Er sei mit seinem Vater in München gewesen und habe dort den FC Bayern angefeuert. „Die Menschenmassen im alten Olympiastadion waren für mich etwas Großes. Ich habe ja nur den kleinen Fußballplatz von Watterdingen gekannt“, berichtet er von seiner Kindheit.

Auch an den ersten Humpen, den er mit seiner Mannschaft gewonnen hat, erinnert er sich. „Wie die Großen haben wir aus einem Stiefel getrunken, der gefüllt war mit Spezi.“

„Michael gibt nicht einfach auf“

Mit der gleichen Hartnäckigkeit, mit der er damals den Humpen gewonnen hat, hat er den Verein vorwärts gebracht. Sein langjähriger Vorstandskollege Matthias Preter bestätigt: „Michael gibt nicht einfach auf und wirft alles hin, wenn‘s mal schwierig wird. Er bleibt dran, damit alles wieder läuft.“

So erinnert sich Frank an erfolgreiche Zeiten. Damals haben es die Tengener in die Landesliga geschafft. „In Tengen wurden wir von Bürgermeister und Fans empfangen – und durften uns sogar im Goldenen Buch der Stadt verewigen.“ Zugleich kennt er aber auch die schweren Zeiten, in denen der Verein abgestiegen ist. „Wir haben damals kaum noch ehrenamtliche Helfer gefunden, die im Vorstand mitarbeiten wollten.“

„Fußball ist mein Ausgleich, den ich brauche. Ich werde so lange aktiv Fußball spielen, wie es meine Knochen mitmachen.“ Michael Frank, Ehrenmitglied SG Tengen-Watterdingen
„Fußball ist mein Ausgleich, den ich brauche. Ich werde so lange aktiv Fußball spielen, wie es meine Knochen mitmachen.“ Michael Frank, Ehrenmitglied SG Tengen-Watterdingen

Zum Glück gebe es jedoch einige begeisterte Fußballer, die sich über Jahre hinweg treu eingebracht hätten. Besonders dankbar blickt Frank auf die Zusammenarbeit mit Matthias Preter zurück: „Wenn es Probleme gab, haben wir es bei einem Bier besprochen. Auf dem kleinen Dienstweg.“ So sei eine dicke Freundschaft entstanden.

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Frank ist inzwischen im Vorstand nur noch als Beisitzer tätig. Doch dem Fußball will er auf jeden Fall treu bleiben. Er resümiert: „Fußball ist mein Ausgleich, den ich brauche. Ich werde so lange aktiv Fußball spielen, wie es meine Knochen mitmachen.“

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