Hier ist die Welt noch in Ordnung. Diesen Eindruck bekommt man auf dem Weg nach Tengen-Uttenhofen. Der Lauterbach schlängelt sich durch die Wiese. Er wird an manchen Stellen breiter. Wasser sammelt sich an mehreren Staudämmen, die der Biber gebaut hat. Damit verhilft der Nager dem Bach zu seinem derzeitigen Verlauf.

Es gab in Uttenhofen auch immer wieder Probleme rund um den Biber. Zum Beispiel, wenn das größte Nagetier Europas mit seinen scharfen Zähnen ganze Apfelbäume zum Stürzen bringt. „Das kann problematisch werden. Denn der Besitzer haftet für die Schäden, die durch seine Bäume entstehen“, erläutert Gemeinderat Karlheinz Hofgärtner aus Tengen-Uttenhofen. Ganz abgesehen vom wirtschaftlichen Schaden, der durch den Biber entstehen kann.

Lebensraum wird aufgewertet

Die Stadt Tengen hat inzwischen ein Projekt rund um den Lauterbach und die angrenzenden Bäche gestartet. Im Vordergrund steht die naturnahe Entwicklung des Biber-Reviers und die Förderung der biologischen Vielfalt.

Im Lauterbachtal bei Uttenhofen kauft nun die Stadt Grundstücke von Privatbesitzern. Weiden werden gepflanzt, weil der Nager Weichhölzer liebt. „Der Lebensraum für den Biber wird so gesichert und aufgewertet“, erläutert Robert Mick als Ortsvorsteher von Uttenhofen und Talheim. Es soll ein naturnahes Gebiet entstehen, in dem auch der Mensch die Idylle bestaunen kann.

Lehrpfad soll in drei Jahren fertig sein

In etwa drei Jahren Jahren soll ein Biber-Lehrpfad fertig sein. Ein Trampelpfad führt dann zum 4,30 Meter hohen Biberdamm. Der Rundweg soll gut sieben Kilometer lang sein. Auf einer etwa zweistündigen Wanderung erfährt der Naturliebhaber Wissenswertes über den Biber auf Schautafeln.

Auch eine Brücke über den Lauterbach soll dafür noch gebaut werden. Die besonderen Gegebenheiten müssen berücksichtigt werden – so darf der Weg nicht zu nahe am Fluss verlaufen, weil der Biber das Ufer unterhöhlt.

„Gute Lösung für Mensch und Biber“

„Die Biberdämme in Tengen-Uttenhofen sind die Stabilsten, die ich kenne“, erläutert Bettina Sättele, Biberbeauftragte des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg. Sie hat die Bevölkerung in Uttenhofen als sehr offen erlebt: „Es ist nicht überall so wie in Uttenhofen. Der Ortsvorsteher und die Bevölkerung waren von Anfang an dabei. Sie wollten eine gute Lösung für Mensch und Biber finden.“

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Mit dem Pflanzen von Weiden setzt die Stadt Tengen einen Rat der Naturschutzbeauftragten um. Denn wenn der Biber Weichholz zur Verfügung habe, gehe er nicht an Nutzhölzer wie Obstbäume. Außerdem gebe Weichholz dem Ufer Halt und Weiden seien auch attraktiv für Bienen.

Einen idealen Lebensraum für den Biber will die Stadt mit dem Projekt rund um den Lauterbach nun schaffen. Und in drei Jahren will die Stadt Tengen eine weitere Attraktion für alle Naturliebhaber haben: Einen eigenen Biber-Lehrpfad.

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