Nach dem Baubeginn im Neubaugebiet „Ob den Häusern IV“, die bis Ende August 2020 abgeschlossen sein soll, wurde nun Spatenstich für das erste genossenschaftlich gebaute Ärztehaus in Süddeutschland gefeiert: Die beiden Vorstände der Ärztehaus Stadt Tengen eG, Andreas Luckner und Bürgermeister Marian Schreier, haben zusammen mit Jürgen Kaspar von der bauausführenden Firma den Spatenstich für das neue Ärztehaus in der Kernstadt Tengen begangen. Darüber informiert die Stadtverwaltung in einer Mitteilung.

Der Neubau des Ärztehauses gilt als das wichtigste Vorhaben Tengens im Jahr 2020. Der dreigeschossige Bau entsteht am Kastaniengarten am Rathaus und soll Auftakt sein für die Entwicklung einer neuen Ortsmitte in der Kernstadt. Im Erdgeschoss werden eine Senioren-Tagespflege sowie eine Kinderkrippe einziehen. In das 1. Obergeschoss die hausärztliche Gemeinschaftspraxis und im 2. OG eine Zahnarzt-Praxis. Die Tagespflege wird von der Sozialstation Oberer Hegau und die Kinderkrippe von der Stadt Tengen betrieben werden.

Bürgermeister Marian Schreier präsentiert den Architekten-Entwurf.
Bürgermeister Marian Schreier präsentiert den Architekten-Entwurf. | Bild: Elmar Veeser

Geplant wurde das Ärztehaus vom Konstanzer Architekten Werner Bäuerle, der 2018 den Architektenwettbewerb rund um das Rathaus für sich entscheiden konnte. Mit der Ausführung ist die Firma Kaspar Holzbau GmbH als Generalunternehmer beauftragt. Das Bauvolumen liegt bei circa 3,25 Millionen Euro, es wird mit einer Bauzeit von rund einem Jahr bis Juni 2021 gerechnet. Das Bauvorhaben wird aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum mit 200.000 Euro gefördert.

Im Juni 2021 soll das Haus fertig sein

„Mit dem Ärztehaus leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der haus- und zahnärztlichen Versorgung in der Stadt Tengen“, erklärt Marian Schreier laut Pressemitteilung. „Unser Dank gilt allen Projektbeteiligten und vor allen Dingen den Mitgliedern der Genossenschaft, die das Bauvorhaben überhaupt möglich machen. Gerne hätten wir mit ihnen gemeinsam den Spatenstich gefeiert, was allerdings wegen der Corona-Beschränkungen nicht möglich war“, wird Andreas Luckner in der Mitteilung zitiert.

Bürgermeister Marian Schreier meint: „Die Genossenschaft ist auch ein Beispiel dafür, wie sich kommunalpolitische Herausforderungen in Ko-Produktion von Stadt, Bürgerschaft und vielen weiteren gesellschaftlichen Akteuren lösen lassen. Ich halte dies für ein Zukunftsmodell – nicht nur für den ländlichen Raum.“

Ein Modell gegen den Landärzte-Mangel?

Der Hintergrund der Genossenschaft ist das Problem einer vernünftigen Gesundheitsversorgung auf dem Land. Immer mehr Gemeinden stehen vor dem Problem, dass kein Hausarzt mehr vor Ort ist. Dem will Tengen mit dem Genossenschaftsmodell entgegenwirken. Die Ärztehaus Stadt Tengen eG wurde im Frühjahr 2019 gegründet. Neben der Stadt Tengen, vielen örtlichen Akteuren wie den beiden Kirchen, den Ärzten, der Apotheke, Sparkasse und Volksbank zählt die Genossenschaft inzwischen über 400 Mitglieder, mehrheitlich Tengener Bürger. Insgesamt haben die Mitglieder über 650.000 Euro an Genossenschaftsanteilen eingebracht.

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