In seiner Werkstatt riecht es nach Sägespänen und Holzleim. Peter Messmer zeigt eine alpenländische Krippe, die fast fertig ist. „Die Natur gibt alles her“, antwortet er auf die Frage, wo er sein Material her hat. Wurzeln und Moos finden sich in den Krippen. Aber auch Bretter von abgerissenen Häusern.

„Besonders sehen die Bretter aus, die von der Wetterseite von alten Gebäuden stammen“, sagt Messmer und hält ein von Regen und Wind verwittertes Brett hoch. Die aktuelle Krippe in seiner Werkstatt bedeckt er mit Schindeln von einem rund 200 Jahre alten Nachbarhaus, das abgerissen wurde. Er zimmert alpenländische Krippen und verschiedene Dekorationsobjekte – etwa Sterne, Herzen und Engel. „Mit zehn Jahren habe ich aus Haselnussstecken meine erste Krippe zuhause in der Stube zusammengebaut“, erinnert er sich. Messmer wurde katholisch geprägt. Weihnachten hatte schon als Kind hohe Priorität für ihn.

„Alles muss schräg und krumm sein“

Feuer gefangen für das Krippenhobby hat er dann bei einem Weihnachtsmarkt in Südtirol. Auf einer ganzen Meile seien dort Krippen ausgestellt worden. Seither hat der Elektroinstallateur weitere Fertigkeiten gelernt und perfektioniert, die er für sein Hobby benötigt.

Diese alpenländische Krippe ist bei einem Krippenbaukurs entstanden und hat fast 40 Arbeitsstunden gebraucht.
Diese alpenländische Krippe ist bei einem Krippenbaukurs entstanden und hat fast 40 Arbeitsstunden gebraucht. | Bild: Uli Zeller

Der Feinschliff kam nicht zuletzt durch drei Krippenbaukurse in Kempten. Bei einem dreitätigen Kurs hat er täglich fast zwölf Stunden gewerkelt. Dabei hat er zum Beispiel gelernt, wie man aus einem Nagel eine Türklinke herstellt. Und wie man krumme Türen und Fenster auf und zu bekommt. „Nichts darf gerade sein. Alles muss schräg und krumm sein an den Krippen. Auch die Türen. Man muss nur wissen, wie“, sagt der Krippenbauer und schmunzelt.

Verkaufen fällt ihm schwer

Wenn man den Krippenbauer aus Watterdingen auf den Verkauf seiner Weihnachtskrippen anspricht, schluckt er. „Eigentlich gebe ich fast keine Krippe gerne her“, sagt er. Denn sie wachsen ihm ans Herz. Bei einer Ausstellung am 3. und 4. Dezember von 12 bis 17 Uhr in der Postweghütte in Watterdingen kann man viele seiner Krippen und Dekorationsobjekte besichtigen.

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