Auf einer Klausurtagung legte der Tengener Gemeinderat eine Prioritätenliste ausstehender Projekte für die kommenden Jahre fest, wobei die Top Sieben in der jüngsten Ratssitzung vorgestellt wurden. In die Liste sind nur solche Projekte aufgenommen, die ausschließlich den städtischen Haushalt betreffen. Aus diesem Grund taucht etwa das Ärztehaus, das genossenschaftlich finanziert wird, nicht auf.

Die geschätzten Kosten, die den Projekten zugeordnet seien, müsse man als grobe Richtwerte sehen, wie Bürgermeister Marian Schreier betonte. Manche der Projekte seien mit einem Zeithorizont von bis zu vier Jahren angelegt und etwa die Entwicklung der Baukosten sei nur schwer abzuschätzen. Zudem seien viele der Vorhaben förderungswürdig, sodass Zuschüsse zu erwarten seien.

Spielraum für dringende Fälle

Zum Schluss betonte Schreier, da es entsprechende Fragen aus dem Gemeinderat gab, dass die Prioritätenliste turnusmäßig aktualisiert und überarbeitet werde und so flexibel sei, dass sie zum Beispiel bei unvorhersehbaren und dringenden Fällen natürlich entsprechend angepasst werden könne.

Ganz oben steht als gesetzliche Pflichtaufgabe die Anschlussunterbringung von Flüchtlingen, wobei städtische Gebäude in Wohnraum umgewandelt werden müssen. 300 000 Euro sind dafür veranschlagt. Insgesamt muss die Stadt 80 Flüchtlinge aufnehmen, wobei bislang 30 Personen entsprechend untergebracht sind. Weit oben auf der Prioritätenliste ist auch der Bürgersaal angesiedelt, der im Rahmen der Erneuerung des Tengener Stadtkerns entstehen wird. 1,2 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Der Saal soll für Veranstaltungen und Trauungen genutzt werden, zukünftig sollen auch die Gemeinderatssitzungen darin stattfinden.

Beuren am Ried erhält ein Bürgerhaus

Die Bewohner von Beuren am Ried dürfen sich über ein Bürgerhaus freuen, das neu gebaut werden soll, wobei der Finanzrahmen 700.000 Euro beträgt. Die Ganztagsgrundschule Tengen wird für 500.000 Euro einen Anbau für die neue Mensa erhalten. Auf Position fünf der Prioritätenliste steht das kostenintensivste Bauprojekt der kommenden Jahre: das auf 2,8 Millionen Euro veranschlagte neue Feuerwehrgerätehaus.

Da das DRK-Gebäude dem neuen Bürgersaal weichen muss, sind 500.000 Euro für die alternative Unterbringung der Helfer des Roten Kreuzes vorgesehen. Mit hohen Kosten sind auch die Hochwasserschutzmaßnahmen der kommenden Jahre verbunden. Alleine die Kosten für den Ortsteil Watterdingen, der vorrangig behandelt wird, sind mit mehr als 1,8 Millionen Euro veranschlagt worden.