Als nächster Schritt darf der Investor Hegauwind die Spannbeton-Schäfte auf eine Höhe bis 81 Meter weiterbauen. Die Arbeiten können laufen, obwohl es in Stuttgart ein Petitionsverfahren von Windkraftgegnern des Forum Hegau-Bodensee gibt. Das teilte das Stuttgarter Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft mit. Der Bau der drei Windräder läuft damit planmäßig weiter.

Die Windkraftgegner hatten in ihrer Landtagspetition den Bau von Windrädern in Wiechs (Verenafohren) und Steißlingen (Kirnberg) bemängelt und um Behandlung im Petitionsausschuss gebeten. Das Projekt Verenafohren ist nun aber nicht mehr Bestandteil der Petition, nachdem es bereits ein Urteil des Verwaltungsgerichts in dieser Sache gegeben hatte, teilte Martin Dölberg vom Forum Hegau-Bodensee mit. Das Kirnberg-Projekt (zwei Windräder) werde im Ausschuss aber weiter verfolgt.

Dem Forum Hegau-Bodensee gehören fünf Hegauer Bürgerinitiativen mit mehr als 1600 Mitgliedern an. Mehr als 2700 Menschen haben die Forderungen des Forums nach dessen Angaben unterschrieben. Das Tengener Windradprojekt betreffe die gesamte Region, sagen die Gegner. Tengen sei nicht an den Baukosten oder der Betreibergesellschaft beteiligt, sondern erhoffe sich nur Erlöse. Die Baukosten würden überwiegend von den Stadtwerken Singen, Engen, Radolfzell, Stockach, Steißlingen und Tuttlingen finanziert, "mit Bürgergeld", wie das Forum kritisiert.

Es sei für die Gegner zweifelhaft, ob die Tengener Windräder jemals wirtschaftlich arbeiten würden. "Die Wirtschaftlichkeit wurde bei der Baugenehmigung nicht geprüft. Windprognosen wurden fälschlich als zertifizierte Windgutachten deklariert, sie entsprechen nicht der Mindestnorm des Bundesverbands Windenergie", monieren die Gegner. Ebenso inakzeptabel sei es, dass die Winduntersuchungen geheim gehalten werden. "Wir verlangen eine unabhängige Überprüfung durch vereidigte Sachverständige." Auch die anderen negativen Folgen beträfen den ganzen Hegau. So wäre der Hegau durch den Bau der Anlagen erstmals „industriell vorbelastet“, wodurch die rechtliche Hürde für weitere Windparks in der Region sinke. Die Windräder sind so hoch wie der Stuttgarter Fernsehturm und damit vom gesamten Hegau aus sichtbar. Die Folgen für den Tourismus würden im ganzen Hegau spürbar sein. Davor habe der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband eindringlich gewarnt.

Großes Interesse

Die Windrad-Baustelle sorgt für großes Bürgerinteresse. Rund 400 Menschen kamen jüngst in den Wald von Tengen-Wiechs, um sich selbst ein Bild zu machen. Wie wir berichteten, hatten die Vereine von Wiechs die Aktion durch Bewirtung vor Ort tatkräftig unterstützt. Dabei fehlten in unserer Aufzählung der Vereine der Gesangverein und der Sportverein von Wiechs, Pardon.