Es ist schon erstaunlich, wie die Beiden das hinkriegen, denn obwohl Maria Jaekel und ihre vierjährige Tochter Valentina gerade aus Mehl, Eiern, Zucker und Milch einen Teig zusammenrühren, ist ihr Arbeitsplatz immer noch blitzblank. Die Mutter erklärt die besondere Vorsicht mit dem rosafarbenen Prinzessinnenkleid ihrer Tochter, das diese auf jeden Fall habe tragen wollen und das auf gar keinen Fall schmutzig werden dürfe. Deshalb lassen sie auch besondere Vorsicht bei der Herstellung des Kaiserschmarrens – übrigens dem Lieblingsgericht der Tochter – walten.

Bundesweite Aktion "Ich kann kochen"

Robuster geht es bei Karin Krause und ihrem vierjährigen Sohn Max zu, die zusammen einen Nudelauflauf zubereiten. Der kleine Max hilft fleißig seiner Mutter und wenn beim Rühren in der Zwiebel-Speck-Hackfleischmischung mal was über den Pfannenrand rutscht, ist das nicht schlimm, denn schließlich hat ihm die Mama die gelbe Kochschürze umgebunden, die eigentlich seiner älteren Schwester Fiona gehört und dem Jungen bis zu den Fußknöcheln reicht.

Ab und zu kommt der vierjährige Felix Meßmer bei ihnen vorbei, um eine der herrlich langen, frisch gekochten Breitbandnudeln zu stibitzen. Überhaupt herrscht fröhliche Betriebsamkeit in der modernen, großen Küche der Tengener Schule, in der heute die Eltern und Kinder der Kita Watterdingen zu Gast sind, um zusammen zu kochen und die selbst gemachten Gerichte dann auch gemeinsam zu verzehren.

Der pädagogische Wert des Kochens

Kita-Leiterin Yvonne Kaiser erklärt dazu, dass dies Teil der Initiative "Ich kann kochen" der Sarah-Wiener-Stiftung sei, die bundesweit kostenfreie Fortbildungen zur praktischen Ernährungsbildung für pädagogische Fach- und Lehrkräfte anbiete. Ihre Mitarbeiterin Susanne Gruber und sie selbst hätten sich zu "Genussbotschafterinnen" fortbilden lassen, wobei es grundsätzlich darum gehe, die Kinder für vielfältige und frische Lebensmittel und deren Zubereitung zu begeistern.

Die Eltern seien natürlich auch mit eingebunden, wobei es beim gemeinsamen Kochen auch um Hygiene, Arbeitstechniken und Geschmacksbildung gehe. Am Vormittag sei den Teilnehmern theoretisches Wissen vermittelt worden und jetzt, am Nachmittag, werde nach Rezepten gekocht, die zum Teil von den Eltern selbst stammten. Übrigens habe man die Lebensmittel aus dem Zuschuss finanziert, den es für die Teilnahme an der Initiative gebe, wie die Kitaleiterin ergänzt.

Kochdiplom ist das nächste Ziel

Danach verzehrten die Teilnehmer gemeinsam mit viel Spaß und Genuss die Gerichte. als besonders lecker beurteilten sie sei die aus frischen Tomaten zubereitete Suppe mit Oregano, Basilikum und Knoblauch. Doch als erstes war die eigentlich große Schüssel mit demCouscous-Salat mit frischer Paprika, Strauchtomaten und Frühlingszwiebeln leer.

Nach dem Essen räumte man gemeinsam auf und spülte das Geschirr. Die Resonanz sei eine sehr positive gewesen, neben dem Kochspaß sei es auch ein schönes Gemeinschaftserlebnis gewesen und darüber hinaus habe man neue private Kontakte knüpfen können, resümierte Yvonne Kaiser. Sie kündigte auch schon die nächste "Ich kann kochen"- Veranstaltung für den 30. März an. Und am 11. Mai gebe es in der Biberhalle Watterdingen eine Veranstaltung zum Erwerb des sogenannten "Kochdiploms".