Der traditionelle Neujahrsempfang lockte auch in diesem Jahr wieder viele Watterdinger in den Bürgersaal. Doch beinah jeder spürte, dass es in diesem Jahr anders war als sonst, denn eine wichtige Person fehlte, die sich immer sehr für das Gemeinwohl engagiert hatte und mit ihrem Tod eine große Lücke hinterließ. Gemeint ist der im Mai vergangenen Jahres plötzlich und unerwartet verstorbene Stadtrat Manfred Frank.

Ortsvorsteher Stefan Armbruster hob in seiner Neujahrsansprache hervor, wie sehr er diesen als vorbildlichen Kollegen und Freund geschätzt habe. Er hob auch das große Wissen des Verstorbenen hervor und dessen vielfältigen für den Ort hilfreichen Kontakte. Manfred Frank hatte ein Faible für die Ortsgeschichte, die sich unter anderem darin äußerte, dass er die Zeitungsartikel, die Watterdingen betrafen, sammelte und zum Neujahrsempfang an einer Stellwand präsentierte. Diese Sammlung fehlte dieses Mal.

Randenumzug und Windkraft

Stefan Armbruster ließ das vergangene Jahr Revue passieren und erinnerte an das „60 + 1 Jubiläum“ der Zunft der Biberjohli, zu deren Ehren der erste Randenumzug der Narrenvereine und -zünfte der Stadt Tengen stattgefunden habe. Ähnlich hoch sei es auch beim Dorffest unter großer Beteiligung der Bürger hergegangen.

Zum Rückblick gehört auch die Absicht von Solarcomplex, Windkraftanlagen im Gewann Brand zu bauen, das zur Watterdinger Gemarkung gehört. Kurz vor dem Schätzele-Markt habe der Ortschaftsrat davon erfahren, wie Armbruster verriet. Die Entscheidung zur Verpachtung der vier Hektar großen Flächen an Solarcomplex zum Bau des Windparks überlässt man den Tengener Bürgern, die darüber am 8. März entscheiden werden.

Kommunalwahl bringt neue Gesichter

Von zukunftsweisender Bedeutung sei die Kommunalwahl im Mai vergangenen Jahres gewesen, die für Watterdingen personellen Wechsel gebracht habe, wie Armbruster erläuterte, nämlich drei neue Gemeinderäte und auch neue Gesichter im Ortschaftsrat. Im Tengener Rat ist Watterdingen mit fünf Mandatsträgern nun stark vertreten. Sein eigenes Amt solle im Laufe des Jahres neu besetzt werden, wie der noch amtierende Ortsvorsteher Armbruster ankündigte.

Unzufrieden zeigte sich Armbruster beim Thema Wohnungsbau, denn es sei weder klar, wo neue Wohnbebauungsflächen entstehen sollten, noch sei man aktuell in der Lage abzuschätzen, wann die Erweiterung des Gewerbegebietes Breitenplatz umgesetzt werden solle. Bürger hätten allerdings bestehende innerörtliche Flächen zur Bebauung genutzt.

Keine Fortschritte bei Verkehrssicherheit

Auch bei der Verkehrssicherheit hinke man hinterher, denn es konnte weder ein seit Jahren zugesagter Radschutzstreifen umgesetzt werden noch eine Geschwindigkeitsreduzierung an der Durchgangsstraße.

Auch seien die Wartebereiche für Schulkinder an der Engener Straße noch nicht fertiggestellt und deshalb bedanke er sich bei den Anwohnern, die Flächen zur Verfügung gestellt hätten, um vorübergehend den Wartebereich in die Höfe der Anwohner zu verlegen. Positives gab es auch zu vermelden, nämlich dass der Gehweg zum Friedhof hin mit Pflastersteinen erneuert worden sei.

Flötenmusik und Sternsinger

Offen seien auch die Umsetzung des direkten Glasfaseranschlusses der Gewerbetreibenden im Breitenplatz sowie die Verlegung des Breitbandnetzes für den Ort. Auch sieht der Ortsvorsteher den Hochwasserschutz als eines der dringlichsten Projekte, da in den Kellern immer wieder Wasser stehe. Dann informierte Stefan Armbruster noch über eine Anfrage der Telekom für den Bau eines Mobilfunkmasten. Doch noch müsse erst ein Standort gefunden werden.

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Der Neujahrsempfang wurde von einem Flöten-Ensemble, bestehend aus Simone Meßmer, Lisa Wenger und Antonia Meßmer, musikalisch umrahmt. Auch die Sternsinger statteten ihren Besuch ab und sammelten für den Libanon, jenes kleine Land im Nahen Osten, das 1,2 Millionen Flüchtlinge aufgenommen hat, was einem Viertel seiner Gesamtbevölkerung entspricht.

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