Gleich drei gute Nachrichten zum Anfang dieser Kolumne. Der Tengener Schätzele-Markt muss nicht um ein paar Wochen verschoben werden, es winkt prächtiges Wetter und dennoch sieht sich Cem Özdemir nicht genötigt, seine Rede im Freien zu halten. Denn: Es konnte losgehen. Das Schätzele-Markt-Festzelt steht.

Dafür zeichnen einmal mehr die fleißigen Mitglieder der Stadtkapelle Tengen verantwortlich. Die stemmen ein Volksfest in einer Größenordnung, das laut Bürgermeister Marian Schreier andernorts nur professionelle Kräfte bewältigen können. Darauf ist Verlass: Die Stadtkapelle-Helfer stellen das Festzelt schon Tage vor dem Schätzele-Markt komplett auf. Da mag mancher Leser erschrocken sein, dass unter dem Bild eines Artikels in der Mittwoch-Ausgabe über den großen Einsatz der Stadtkapelle stand, dass das Schätzele-Markt-Festzelt in einigen Wochen stehen wird.

Unser Mitarbeiter Uli Zeller hatte den Artikel schon früh geschrieben, auf eine nachträgliche Aktualisierung hatte niemand mehr geachtet. Also Entwarnung, es geht vier Tage und Nächte lang rund in Tengen. Es gibt viel Spektakel auf dem Festplatz, schwindelerregende Fahrgeschäfte, ein buntes Programm im Festzelt samt Auftritt des Grünen-Spitzenpolitikers Cem Özdemir bei der Mittelstandskundgebung am Samstagnachmittag, Ausstellungen und einen riesigen Krämermarkt am Wochenende, der schon der Tradition wegen seinesgleichen sucht. Bei der Gewerbeausstellung am Samstag und Sonntag zeigen die Tengener Betriebe, was sie leisten können, wie beim Handwerk.

Tengener Datum

Für viele Menschen sind es die markanten Feiertage, wie Ostern oder Weihnachten, auf die sie sich emsig vorbereiten, wie durch einen Großputz im und ums Haus. In Tengen bestimmt der Schätzele-Markt als besondere Feiertage das eigene Geschehen im Vorfeld. Da wird schon Tage vorher rund ums Haus alles blitzeblank gesäubert – und der Landwirt fährt noch schnell seine Ernte ein. Dann können das Volksfest und die vielen Besucher kommen. Es kribbelt ohnehin bei vielen Bürgern von Tengen und den Stadtteilen mächtig. Der Schätzele-Markt hat nichts vom großen Zauber verloren, wenn das Volksfest auch immer weiter gewachsen ist. Es bleibt ein toller Treffpunkt von Menschen, die sich teils nur einmal im Jahr begegnen und dies ausgiebig auskosten – am Schätzele-Markt eben.

Das besondere Flair sollte auch Cem Özdemir beeindrucken. Und wenn der Grünen-Politiker mit türkischen Wurzeln noch die hoch aus dem Wald von Wiechs am Randen herausragenden Windräder entdeckt, dürfte sein Schwaben-Herz hüpfen vor Freude. Weitere Windräder sind oberhalb von Watterdingen in Planung, sollten die Bürger mitspielen.