In den nächsten Tagen werden die drei Windkraftanlagen auf den Verenafohren endmontiert. Ab Mai sollen alle drei Anlagen in Betrieb gehen. Die Betreibergesellschaft mahnt Baustellenbesucher zur Vorsicht und weist auf Sperrungen hin.

Das perfekte Frühlingswetter lockte mehr als 1000 Besucher nach Wiechs am Randen, um am Tag der offenen Baustelle die Baufortschritte auf den Verenafohren zu begutachten. Unten, am Ortsrand, wo die riesigen Rotoren noch lagern, hatten die Wiechser Vereine alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Besucher zu verköstigen. Ein Shuttlebus brachte dann die Gäste hinauf auf die Verenafohren, wo neben den gewaltigen Türmen auch das riesige Spezialfahrzeug zu sehen ist, das in den nächsten Tagen die 65 Meter langen Rotoren die letzten eineinhalb Kilometer nach oben befördern soll.

Voller Stolz kündigte dann Bene Müller, Vorstand für Finanzen und Öffentlichkeitsarbeit der Singener Firma Solarkomplex, an, dass, falls das Wetter mitspiele, noch in diesem Monat die erste Windkraftanlage auf den Verenafohren in Betrieb gehen und die anderen beiden dann im Mai folgen würden. Dann endlich kann sauberer Strom produziert, ins Netz eingespeist und mit den Windkraftanlagen Geld verdient werden.

Nach Aussagen von Christoph Tonder von der Betreibergesellschaft Hegauwind beträgt die garantierte Einspeisevergütung, wie im Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) geregelt, 8,15 Cent je Kilowattstunde. Bei einem prognostizierten Stromertrag von 20 Millionen Kilowattstunden pro Jahr summieren sich die Einnahmen dann auf 1,63 Millionen Euro jährlich und bei der Betriebsdauer von 20 Jahren kommt die stolze Summe von 32,6 Millionen Euro zusammen. Allerdings käme es einer Milchmädchenrechnung gleich, nun einfach die Gesamtkosten in Höhe von 16,3 Millionen Euro davon abzuziehen und dann die elf Mitglieder der Interessengemeinschaft beziehungsweise die Kommanditisten der Betreibergesellschaft ob des großen Gewinns zu beneiden. Erst einmal handelt es sich um einen Zeitraum von 20 Jahren, ferner sind 11 Millionen Euro fremdfinanziert und müssen mit Zins und Zinseszins zurückbezahlt werden und dann erhält die Firma Nordex, der Hersteller der Windanlagen, gemäß ihres Vollwartungsvertrags einen Cent pro erzeugter Kilowattstunde. Da der Sitz der Hegauwind in Tengen ist, profitiert die Stadt von den Gewerbesteuereinnahmen.

Für die kommenden Tage weist die Hegauwind potentielle Baustellenbesucher auf folgendes hin: "Halten Sie gebührend Abstand zur Baustelle. Die Montage der großen Bauteile erfordert von den Arbeitern große Konzentration. Sie können nicht ständig auf Besucher achten. Wir bitten Sie deshalb um Verständnis dafür, dass wir die Baustelle zeitweilig absperren werden."

Eckdaten der Windräder

Bauherr und Betreiber: Hegauwind GmBH & Co. KG Verenafohren

Sitz der Gesellschaft: Tengen

Planung des Projekts: Herbst 2012 bis Frühjahr 2016

Bauzeit des Projekts: Sommer 2016 bis Sommer 2017

Pachtberechtigte Fläche: rund 80 Hektar, das Areal erstreckt sich über 220 Grundstücke

Investitionsvolumen: rund 16,3 Millionen Euro netto

Anlagentyp: Nordex N-131

Technische Daten: 134 Meter Nabenhöhe, 131 Meter Rotordurchmesser

Prognostizierter Stromertrag: 20 Millionen Kilowattstunden pro Jahr