Der Gemeinderat erteilte einstimmig sein Einvernehmen zum Baugesuch des neuen Ärztehauses. Bürgermeister Marian Schreier hatte sich im Vorfeld der Abstimmung für befangen erklärt, da er zusammen mit dem Arzt Dr. Andreas Luckner als Gründungsvorstand der Genossenschaft fungiert, die zur Finanzierung, zum Bau und zur Vermietung des neuen Ärztehauses gegründet worden war. Der Weg, das Ärztehaus über die Gründung einer Genossenschaft zu finanzieren, ist ein neuer – mit Modellcharakter – der auch bei der Bevölkerung sehr gut ankam. Inzwischen sind viele Bürger selbst Genossenschaftler der Ärztehaus Stadt Tengen eG, deren zweite Generalversammlung am morgigen 24. Mai um 19.30 Uhr in der Randenhalle stattfinden wird.

Dreigeschossiger teilunterkellerter Flachbau

Die inzwischen recht konkreten Planungen, die vom Architekturbüro Bäuerle-Lüttin stammen, das ja bekanntlich aus dem Architektenwettbewerb zur Gestaltung der neuen Ortsmitte als Sieger hervorgegangen war, hatte Marian Schreier vor der Abstimmung dem Rat im Detail vorgestellt. Es wird ein dreigeschossiger, 31 Meter langer, teilunterkellerter Flachbau mit einer Nutzfläche von 250 Quadratmetern pro Geschoss entstehen, bei einem geschätzten Investitionsvolumen von 2,5 Millionen Euro. Die Grundstruktur des Gebäudes ist ein sogenannter Skelettstützenbau, der viel Flexibilität bei den Raumzuschnitten ermöglicht. Diese ist auch notwendig aufgrund der unterschiedlichen Nutzungen: mit Bereichen mit viel Licht, wie etwa der ärztlichen Behandlungszimmer und mit wenig Licht, wie zum Beispiel dem Schlafraum der Kinderkrippe. Fenster und Holzpanele wechselten sich ab, wie Schreier erläuterte, und somit bildeten sich die unterschiedlichen Nutzungen auch in der Fassade ab.

Strom soll selbst produziert werden

Das rein als Funktionsgebäude genutzte neue Ärztehaus solle auch in der Architektur sichtbar sein. Für das Flachdach sei zudem ein großer umlaufender Dachvorsprung vorgesehen, damit sich das Gebäude harmonisch ins Umfeld einfüge, insbesondere zum Kastaniengarten hin, zu dem hin alle Praxisräume ausgerichtet seien. Um den Strom selbst zu produzieren, sei eine Photovoltaikanlage geplant, und zur Beheizung werde das neue Ärztehaus an die Nahwärme angeschlossen. Innen werde das Gebäude barrierefrei und rollstuhlgerecht ausgebaut und selbstverständlich mit einem Aufzug versehen, wie der Bürgermeister ergänzte. Auf Nachfrage aus dem Rat erklärte er, dass man vom im Vorentwurf noch enthaltenen Satteldach deshalb abgekommen sei, da man aufgrund der strengen Brandschutzvorschriften bei der Ausführung in Holz mit Mehrkosten im sechsstelligen Bereich habe rechnen müssen. Die weiteren Schritte sehen wie folgt aus: Nach eingereichtem Baugesuch wird mit der Baugenehmigung im August gerechnet. Derzeit werde, wie Schreier erklärte, die Werkplanung (Baubeschreibung) vorangetrieben; die Ausschreibung erfolge im Sommer. Er hoffe auf die Fertigstellung bis Ende 2020, allerdings komme es auf die Verfügbarkeit der Gewerke an.