Wenn ein einzelner Arbeiter jeden Tag acht Stunden zupacken würde, würde er 200 Tage brauchen, um auf 1600 Stunden zu kommen. Fast so viele Stunden hat die Stadtkapelle Tengen bis jetzt in den Wirtschaftsanbau des Festzeltes gesteckt. „Und am Schluss werden es rund 2000 Stunden sein“, erklärt Edwin Keller beim Richtfest. Er muss es wissen. Er ist der Vorsitzende des Fördervereins der Stadtkapelle Tengen und Bauleiter des Projektes.

Die Stadtkapelle hatte sich für den Wirtschaftsanbau entschieden, weil sie dadurch jährlich wiederkehrende Arbeiten vor und nach dem Schätzele-Markt einsparen kann: Container durch die Gegend fahren, Kisten schleppen, Küche aufbauen und verkleiden.

Rohbau war in sechs Wochen fertig

Der ausführende Zimmermeister Thomas Schöndienst sprach den Richtspruch. Er äußerte: „Wie versprochen, haben wir die Holzkonstruktion bis Ende August fertig aufgebaut.“ Dass es zügig gelaufen ist, bestätigt Andrea Kroschk, Schriftführerin der Stadtkapelle: „Der Rohbau war in nur sechs Wochen fertig.“ Bei einer Begehung der Holzkonstruktion fasste Kroschk zusammen: „Der Wirtschaftsanbau ist innen einen Meter breiter als das bisherige Küchenzelt. Genau dieser Meter hat uns immer gefehlt.“ Außerdem lobte sie, dass es eine bessere Luftzirkulation in dem 35 Meter langen Anbau geben werde.

Bürgermeister hat Logenplatz an der Baustelle

Bürgermeister Marian Schreier brachte es auf den Punkt: „Das ist eine sportliche Leistung.“ Als er aus dem Urlaub gekommen sei, seien gerade die Tiefbauarbeiten abgeschlossen gewesen. Und Schreier konnte von seinem Bürofenster aus beobachten, wie die Holzkonstruktion von Tag zu Tag wächst. „Nun wird der Anbau seine Feuerprobe am Schätzele-Markt haben“, so der Bürgermeister.

Simon Weber aus dem Vorstand der Stadtkapelle beschreibt: „Die Arbeit war nicht immer leicht. Wir haben auch bei 32 Grad Hitze und unter viel Schweiß gearbeitet.“ 13 Gewerke waren beim Aufbau beteiligt. Im August war die heiße Phase. Für den Tiefbau stellte die Stadt Bagger, Walze und Rüttelplatte vom Bauhof zur Verfügung. Anschließend wurde der Anbau aus Holz gezimmert.

Schweißtreibender Einsatz wird sich bezahlt machen

Die vielen Stunden Eigenleistung werden sich langfristig für die ehrenamtlichen Schätzele-Markt-Helfer auszahlen. Das bestätigte Adelbert Zeller, stellvertretender Bürgermeister, beim Richtfest. Mit weiteren Mitgliedern der Feuerwehr unterstützt er seit Jahren die Stadtkapelle beim Schätzele-Markt. „Letzte Woche habe ich bei den Zimmermann-Arbeiten geholfen“, berichtet er.

In den vergangenen Jahren waren die Helfer vor dem Markt jeweils eine Woche mit dem Aufbau beschäftigt. Alles wurde nach dem Markt an einem Tag abgebaut und aufgeräumt. Vor allem nach dem Markt, wenn die Kräfte ohnehin schon aufgebraucht seien, sorge der neue Anbau künftig für Entspannung, ist sich Zeller sicher: „Ich finde es toll, dass ein Verein so viel Arbeit stemmen kann.“

Es sind noch 500 Arbeitsstunden zu leisten

Bauleiter Edwin Keller fasst zusammen: „Es ist gut gelaufen. Rein theoretisch könnten wir morgen Schätzele-Markt machen.“ Zum Glück findet das Volksfest in Tengen aber erst Ende Oktober statt. Denn bis das Gebäude komplett fertig ist und in Betrieb genommen werden kann, sind noch knapp 500 weitere Arbeitsstunden notwendig, wie Keller einräumt.