Jetzt können die Tengener Kicker warm duschen. Aber das war nicht immer so, wie der Vorsitzende Harald Schuhwerk beim Helferfest und Infoabend im Clubheim des SV Fortuna erklärte. Früher sei das Wasser per Boiler erhitzt worden. Doch leider war der Erhitzer in die Jahre gekommen.

„Sie können sich vorstellen, was passiert ist, wenn über 20 Spieler duschen wollten“, erläutert Schuhwerk. Ein ahnungsvolles Schaudern geht durch die Runde der anwesenden Helfer und Stadträte. „Dann hat irgendwann das warme Wasser nicht mehr gereicht.“ Und bei der Begehung der neuen Duschen und Umkleidekabinen setzte Bürgermeister Marian Schreier noch eine Pointe obendrauf: „Und jetzt gibt es wohl nur noch eine kalte Dusche. Und die ist für den Schiedsrichter.“

Greta Thunberg wäre wohl stolz auf den Verein

Die Bauzeit für das Projekt habe rund zwei Jahre betragen, erläutert Vorsitzender Michael Zendler. Mehrere Einzelmaßnahmen hätten zu dem Projekt gehört: „Das Clubheim wurde ans Fernwärmenetz angeschlossen. Dann wurden Warmwasserheizung, Kalt- und Warmwasserleitungen modernisiert. Und schließlich haben wir den Kabinentrakt erneuert.“

Als federführenden Organisator bezeichnete Zendler seinen Vorstandskollegen Harald Schuhwerk. Dieser berichtete aus der Bauzeit. Und ist sich sicher, dass Greta Thunberg stolz auf den Verein wäre. „In Spitzenzeiten hatten wir bis zu 6000 Euro Stromkosten pro Jahr“, so Schuhwerk. Dies vor allem, weil die Wärme durch Strom erzeugt wurde. Die Öfen waren zuletzt über 30 Jahre alt. Und der Strompreis sei in den vergangenen 15 Jahren auf mehr als das Doppelte gestiegen.

Ab jetzt 40 bis 50 Prozent weniger Energiekosten

Dadurch sei es notwendig geworden zu handeln. Doch dies sei auch immer mit verschiedenen Hürden verbunden gewesen. „Der Sportverein hat bereits sehr früh Interesse daran geäußert, ans lokale Fernwärmenetz angeschlossen zu werden“, erläutert Schuhwerk. Aber bis zur praktischen Umsetzung sei Monat um Monat verstrichen. Doch das Tengener Clubheim liegt etwas außerhalb der Stadt. Darum gab es immer noch andere Projekte, die dringender ans Nahwärmenetz mussten.

Doch glücklicherweise kam dann der Schätzele-Markt, und Schuhwerk erhielt einen Anruf: „Wegen des Marktes können wir nichts im Ort machen. Können wir morgen bei euch anfangen?“ Und so rückten am Tag darauf tatsächlich die Bagger an und machten den Weg frei, um das Clubheim ans Nahwärmenetz anzuschließen. „Ich vermute, dass wir jetzt 40 bis 50 Prozent weniger Energiekosten haben werden“, schätzt Schuhwerk. In den ehrenamtlichen Leistungen der Vereinsmitglieder sieht er „gelebte Gemeinschaft“ und dankt den fast 50 Helfern, die an über 20 Samstagen für den Verein im Einsatz waren. Ab jetzt steht dem warmen Duschen im Clubheim also nichts mehr im Wege.

SV Fortuna Tengen

Der Verein wurde 1949 gegründet, er hat heute 314 aktive und passive Mitglieder und elf aktive Übungsleiter. Das ganzjährige Angebot beinhaltet: Fitness für Männer, Kinderturnen, Gymnastik Frauen, Gymnstik Frauen 55 plus, Gymnastik „Locker vom Hocker“. Es gibt Kurse zu Yoga, Tosox, Hot Iron, Power Fitness, Gut für den Rücken, Nordic Walking. Fußball ist 2006 in die SG Tengen-Watterdingen übergegangen, mit heute 130 aktiven und passiven Mitgliedern. Vorsitzende des Vereins sind Michael Zendler und Harald Schuhwerk, Schriftführerin Simone Zeller.