Wer mit ihr redet, merkt: Diese Frau ist mit Volldampf dabei. Sigrun Korynta – die neue Leiterin der Kita St. Vinzenz in Tengen. Begeistert spricht sie über die Fähigkeiten von Kindern.

Sie will Kinder über ihre Stärken stärken. „Wie fördere ich ein Kind, das gerne baut und konstruiert – aber Probleme hat, den Stift zu halten? Vielleicht kann ich die Entwicklung stärken, indem es einen Bauplan zeichnet.“

Bewegung begeistert sie

Durch Bewegung tankt die 48-Jährige auf. Etwa beim Joggen nach einem harten Arbeitstag. Mit vier Jahren ist sie zum ersten Mal mit Tanz und rhythmischer Sportgymnastik in Berührung gekommen. Bewegung begeistert sie heute noch, dies zeigt sich durch ihre Leidenschaft zum Stepptanz. „Stepptanz ist die perfekte Verbindung zwischen Tanz, Musik und Rhythmus“, findet sie.

Im Winter ist die Fachwirtin für Organisation und Führung gern auf Langlaufskiern im Hegau unterwegs. Im Sommer setzt sie sich ins Kajak. „Meine Mutter ist noch mit 80 Jahren Kajak gefahren“, erzählt Korynta. Um mit Kita- Kindern noch unbesorgter an den Bodensee fahren zu können ließ sich Korynta zur Rettungsschwimmerin ausbilden.

„Das Wichtigste im Leben“

Die Liebe zum Wassersport hat sich durch ihre Eltern entwickelt, die tänzerische Begabung durch das Vorbild ihrer Schwester. Im Rückblick ist sie noch für vieles Andere aus ihrer Herkunftsfamilie dankbar. Etwa, dass ihr Werte wie Achtsamkeit, Vertrauen und Ehrfurcht wichtig gemacht wurden.

Sie fasst zusammen: „Den jungen Familien gebe ich mit, dass die Familie mit der Bindung und Beziehung das Wichtigste im Leben ist. Dies ist der Schlüssel zum Glück. Dann kann Bildung, Entwicklung und Förderung eines Kindes gelingen.“

Erfolge dokumentiert sie

„In unserer Familie war alles rund um Sprache, Schrift, Kunst und Kultur wichtig“, erläutert sie. „Um Zusammenhänge in der Pädagogik verständlich zu machen, möchte ich diese sichtbar und lesbar dokumentieren.“

Dazu zieht sie immer wieder Hefte und Bücher aus den Schubladen in ihrem Büro in Tengen – und verweist auf Erfolge aus ihrer Zeit in Singen: Da sieht man, wie Kinder einen Tintenfisch kochen, auf Hölzern balancieren oder an Versteinerungen tasten. Zu allen Bildern kann sie Geschichten erzählen. Geschichten von Kindern und ihren Stärken.

Musik und Natur

Ihre Liebe zur Musik stammt ebenfalls aus ihrer Herkunftsfamilie. „Meine Eltern haben Klavier gespielt“, berichtet sie. Sie selber spielt inzwischen auch Klavier – später kam Gitarre hinzu. Ihre private Gitarren-Ausrüstung hat sie bereits in die Kita nach Tengen gebracht. „Kinder brauchen nicht nur Rumba-Rasseln, sondern auch anderes Rhythmus-Material“, wie sie erklärt. Zu diesem Material gehören auch ein paar kleine Verstärker. Denn: „Ich bin schon auch ein Technik-Freak“, ergänzt sie.

Als Kind war Korynta mit ihrer Familie häufig am Lago Maggiore. „Da hatten wir Berge und Wasser“, erinnert sie sich. Noch heute geht sie Bergwandern. Sie liebt es, im Grünen zu leben und genießt ihren Garten in Weiterdingen. Und wenn sie mit ihrem Lebenspartner am Wochenende ins Allgäu oder ins Appenzell fährt und die ersten Kuhglocken hört, ist der Alltag ganz weit weg.