Für die etwa 100 Beschäftigten und die Bewohner mit ihren Angehörigen ist die bevorstehende Schließung der Pflegeheime Blumenfeld eine schlimme Nachricht. Es hat sich schon einige Jahre abgezeichnet, dass die Zukunft der Häuser auf wackligen Beinen steht. Zu schlecht waren die wirtschaftlichen Zahlen. Die Belegungen gingen auch immer mehr zurück.

Wenn die Beschäftigten bisher auch eine noch so gute Pflege geleistet haben, die widrigen Rahmenbedingungen lagen wie ein Damoklesschwert über den Pflegeheimen. Es gab zu wenige Einzelzimmer und zu viele Mehrbett-Räume. Dem gebietet das neue Heimgesetz spätestens im Jahr 2019 Einhalt. Die Stadt Tengen müsste als Eigentümer und Betriebsführer schon jetzt millionenschwere Umbaumaßnahmen angehen. Und das ist im Schloss selbst alleine wegen des Denkmalschutzes ein Ding der Unmöglichkeit.


Bei weiteren jährlichen wirtschaftlichen Defiziten von über eine halben Million Euro sieht Bürgermeister Marian Schreier die Stadt Tengen vor dem finanziellen Abgrund. Dies in einer Dimension, die auch den Vorgaben des Landratsamtes nicht standhalten kann. Leider hat sich kein Investor gefunden, der den Pflegebetrieb weiterführen wollte, weil dieses finanzielle Abenteuer wohl niemand eingehen will. Bitter für die Beschäftigten und die Bewohner der Heime, dass die Stadt Tengen nun die Reißleine ziehen muss. Es wurde offensichtlich verpasst, die Pflegeheime schon vor vielen Jahren zukunftsfähig zu machen. Das wäre schwer genug, aber letztlich die einzige Möglichkeit gewesen, das Dilemma zu verhindern. Bleibt zu hoffen, dass die Beschäftigten auf einem begrenzten Pflegedienst-Markt eine neue Anstellung und die Bewohner eine andere Bleibe finden. Dafür muss die Stadt Tengen nun alle Unterstützung bieten.