Tengen – Im Tengener Gemeinderat sind viele neue Gesichter und, worüber sich Bürgermeister Marian Schreier besonders freut, viele junge Menschen und mit neun Gemeinderätinnen eine nie dagewesene Anzahl von Frauen in kommunalpolitischer Verantwortung. Wir stellen hier drei der neuen Ratsmitglieder vor.

Kathrin Eichkorn ist die jüngste Gemeinderätin

Kathrin Eichkorn ist mit 27 Jahren die jüngste Gemeinderätin in Tengen. Sie wurde von den Wählern mit viel Vorschusslorbeeren bedacht, denn sie erhielt bei der Gemeinderatswahl die drittmeisten Stimmen. Die Bachelor of Arts der Fachrichtung Industrie lebt zusammen mit ihrem Freund im neu gebauten Eigenheim in Watterdingen und fühlt sich in dem Ort ausgesprochen wohl, wie sie sagt.

Lob an die Dorfgemeinschaft

Sie sei von der Dorfgemeinschaft toll aufgenommen worden und genieße besonders den sogenannten Abendhock am Sonntag, bei dem sich die Nachbarschaft treffe. Sehr besonders ist ihre Beziehung zu Gusseisen, denn sie arbeitet als Produktdisponentin bei der Firma Fondium in Singen, der großen Eisengießerei, die ehemals zum Georg-Fischer-Werk gehörte. Auch privat stemmt sie das Eisen, denn als „Hot Iron“- Übungsleiterin beim SV Fortuna Tengen bringt sie anderen das Kraftausdauertraining mit der Langhantel bei.

Darüber hinaus spielt sie beim Tennisclub Tengen und ist auch beim Narrenverein Kamelia aktiv. Politisch sei sie schon immer interessiert gewesen, erklärt Kathrin Eichkorn. Da sie sich an keine der klassischen politischen Parteien habe binden wollen, sei sie der Freien Wählervereinigung Randen beigetreten, die keine Partei sei – und nun zitiert sie deren Wahlspruch –, „aber eine starke politische Kraft“.

Lieber Wählervereinigung als Partei

Sie sei zu Fraktionssitzungen eingeladen worden, die Kolleginnen und Kollegen hätten sich sehr um sie gekümmert, hätten viel erklärt und die gemeinsame Vorbereitung des Wahlkampfes habe sie darin bestätigt, die richtige politische Entscheidung getroffen zu haben. Als Gemeinderätin will sie sich um die Vereins- und Jugendarbeit kümmern, für den Ausbau der Kitas und für die Integration der Neubürger. Auch die älteren Mitbürger liegen ihr am Herzen. Sie will sich für die Einführung eines Seniorenarbeitskreises einsetzen, dessen Ziel unter anderem die Hilfe und Unterstützung im Umgang mit digitalen Medien beinhalten soll.

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Patrick Bachschat gefiel kollegiales Klima bei der CDU

Patrick Backschat ist mit 28 Jahren auch ein kommunalpolitischer Neueinsteiger. Zusammen mit seiner frisch angetrauten Ehefrau Yvonne baut er derzeit das gemeinsame Eigenheim in Tengen. Nach der Ausbildung zum Maler und Lackierer absolvierte er eine kaufmännische Lehre, bevor er in Villingen-Schwennigen den Handelsfachwirt machte.

Heiratsantrag beim Schalke-Spiel

Beruflich ist viel unterwegs, denn er arbeitet im Vertrieb einer Firma für Bauchemie. Sein Sport ist der Fußball: Er spielte beim SB Büßlingen – und machte seiner Frau beim Schalke-Spiel den Heiratsantrag. Zudem betätigte er sich als Jugendtrainer, war vier Jahre lang im Spielausschuss aktiv. Politisch sei es der junge amtierende Bürgermeister von Tengen, Marian Schreier, gewesen, der erst seine Neugierde und dann auch sein Interesse an Politik geweckt habe.

Die Cousine der Schwiegermutter, die ehemalige Gemeinderätin Gertrud Homburger, habe ihn darin bestärkt, dass er in der Kommunalpolitik etwas bewirken könne. Sie habe ihn dann dazu eingeladen, mal eine Fraktionssitzung der CDU zu besuchen. Er habe sich sofort im Kreis der Räte wohlgefühlt und schätze das kollegiale Klima sehr, wie Patrick Backschat erzählt.

Obwohl Christdemokrat, zeigt sich Backschat von Marian Schreier beeindruckt

Als neuer Gemeinderat will er seine Expertise einbringen, etwa im Hochbau und in der Altbausanierung. Mit dem ebenfalls neu gewählten Tengener Gemeinderat Thorsten Frank, der beruflich im Stadtbauamt Engen für den Tiefbau verantwortlich sei, wolle er seine Kräfte bündeln. Auch wolle er ein Auge auf die Kosten haben, etwa beim Neubau des Ärztehauses.

Zudem habe für ihn der Breitbandausbau Priorität, denn Home Office-Arbeitsplätze würden immer wichtiger und auch er erledige Vieles von zuhause aus, wobei er darauf achte, Papier durch digitale Speicherung zu ersetzen. Auch sieht er das Gewerbe in Tengen als ausbaufähig an und will deren Ansiedlung fördern, denn schließlich generierten diese Ansiedlungen Einnahmen und Arbeitsplätze.

Stefan Blum bringt kommunalpolitische Erfahrung mit

Stefan Blum ist zwar neu in den Gemeinderat von Tengen gewählt worden, doch bringt er als ehemaliger Ortschaftsrat von Weil immerhin fünf Jahre kommunalpolitische Erfahrung mit. Mit Josef Ritzi, dem Ortsvorsteher von Büßlingen, den er vom Anglerverein her kenne, sei er während eines Ausflugs ins Gespräch gekommen, wobei ihm klar geworden sei, dass er in die Kommunalpolitik tiefer einsteigen wolle.

Auch kenne er als Zunftmeister der Narrenzunft Buschelewieber den Gemeinderat und Vorsitzenden des Narrenvereins Kamelia, Michael Grambau, recht gut. Dass er für die Freien Bürger/SPD bei der Wahl an den Start gegangen sei, erkläre sich nicht zuletzt auch daraus, dass er seit 17 Jahren bei seinem Arbeitgeber GF (Georg Fischer AG) in der Gewerkschaft aktiv sei. Als Gießer habe er dort angefangen und später den Meister gemacht.

Besitzer einer Schaf- und Ziegenherde

Er setze sich für Menschen ein, das liege ihm wohl im Blut, denn schon sein Opa sei Schöffenrichter gewesen und sein Vater in der Gewerkschaft aktiv. Stefan Blum ist gebürtiger Singener, in Ebringen aufgewachsen und ist heute Weiler Bürger mit Überzeugung. Zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt er in seinem selbst renovierten, urigen Bauernhaus.

Der Freizeit-Tierzüchter ist stolzer Besitzer einer Schaf- und Ziegenherde, die er auf einem nahe gelegenen Hang hält. Zudem hat er auch den Imkerschein gemacht und gehört als Gemeinderat dem Forum Naturschutz und Landwirtschaft an. Auch im technischen Ausschuss will er seine Expertise einbringen.