Schon die Geschichte, wie die Kreuze in Watterdingen wiederentdeckt wurden, ist eine spannende: Ortsvorsteher Stefan Armbruster hatte sich zusammen mit Fachleuten auf den Dachboden des alten Schulhauses begeben, um dessen Dach wegen anstehender Reparaturen zu begutachten. Zufällig entdeckten sie dann – ganz oben im Scheunenbereich – die zwei gekreuzigten Schächerfiguren, also die Plastiken jener Delinquenten, die laut Bibel zusammen mit Jesus von Nazareth gekreuzigt worden waren. Den Figuren hatte der Holzwurm schon so stark zugesetzt, dass Zimmermann Ekkehard Polte empfahl, die Kreuze sofort zu bergen und an einem sicheren Ort zwischenzulagern.

Werke aus dem 17. Jahrhundert

Der Kunstkenner Alexander Röhm wies dann auf den Wert dieser Kunstgegenstände hin, die aus der Mitte des 17. Jahrhunderts stammen. Schließlich habe sich ein großzügiger Bürger dazu bereit erklärt, der klammen Stadt die Kosten der Restaurierung abzunehmen, wie Stefan Armbruster bei der Feier an Allerheiligen zur Weihe der Kreuze bekanntgab. Nun stehen sie also in der Friedhofs-Einsegnungshalle in Watterdingen zur Linken und zur Rechten des gekreuzigten Jesus von Nazareth, einer sehr gelungenen Holzschnitzarbeit, die noch wesentlich älter als die mit den beiden Schächerfiguren ist und zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstand.

Der Ortsvorsteher bedankte sich dann beim großzügigen Spender für die Finanzmittel, bei der Feuerwehr für die Bergung der großen Kreuze, beim Atelier Buff aus Sigmaringen für die Restaurierung und schließlich bei der Zimmerei Ekkehard Polte für das Aufstellen der Kreuzigungsgruppe. Nach Dankes- und Grußworten der stellvertretenden Bürgermeisterin Tengens, Gertrud Homburger, segnete Pfarrer Harald Dörflinger im Rahmen einer Friedhofsandacht vor zahlreichen Gläubigen die Kreuze.