Viel musste gerechnet werden, bevor am sogenannten Heiligswiesle im Tengener Stadtteil Weil ein Neubaugebiet entstehen konnte. Weil die Erschließungsarbeiten für das lange geforderte Areal mit 13 Bauplätzen aufgrund der allgemeinen Teuerung für Bauarbeiten in die Höhe schossen, konnten die gewohnten Quadratmeterpreise für die Grundstücke nicht beibehalten werden. Erst gab es Verhandlungen mit etlichen Grundstückseigentümern über den Kaufpreis für die Fläche. "Erst wenn die ganze Fläche im Besitz der Stadt ist, beginnt das Verfahren", betont Tengens Bürgermeister Marian Schreier. Dann musste aufgrund der gestiegenen Kosten für die Erschließungsarbeiten erneut kalkuliert werden. Statt 75 Euro müssen Käufer nun 139 Euro pro Quadratmeter bezahlen, wenn sie ein Grundstück erwerben wollen.

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Dies habe – wie Ortsvorsteher Roland Meßmer bekannt gab – bei den 13 Interessenten zum Nachdenken und Nachrechnen geführt. Etliche haben ihre Reservierung wieder zurückgezogen. Das Unternehmen Storz will den schwarzen Peter aber ebenso wenig annehmen, wie die vormaligen Grundstücksbesitzer: "Unser Tiefbauunternehmen verdient nicht mehr an den gestiegenen Preisen", betonte Wolfgang Wölfle, der für die beauftragte Firma die Kalkulation macht: Die Mehrkosten würden in teurere Bau- und Treibstoffe sowie den kostspieligen Entsorgungsaufwand fließen.

"Unser Weil zeichnet sich durch eine hohe Integrationskraft aus."Roland Meßmer, Ortsvorsteher
"Unser Weil zeichnet sich durch eine hohe Integrationskraft aus."Roland Meßmer, Ortsvorsteher | Bild: Werner Muscheler

Dennoch sehen alle Beteiligten zum offiziellen Spatenstich für das Bauprojekt Grund zum Jubeln: So etwas habe es im Tengener Stadtteil Weil wohl noch nie gegeben. Ortsvorsteher Roland Meßmer und Bürgermeister Marian Schreier sind sich einig, dass die Erschließung von 13 neuen Bauplätzen in dem 270 Einwohner zählenden Dorf etwas Besonderes ist. Über 30 neue Mitbürger sollen hier demnächst eine neue Heimat finden, das sind rund zehn Prozent mehr Bewohner im Ort. "Aber unser Weil zeichnet sich durch eine hohe Integrationskraft aus", ist Meßmer überzeugt, dass die neuen Mitbürger sich schnell heimisch fühlen dürften. So sei es auch vor neun Jahren gewesen, als letztmals neue Bauplätze im Ort geschaffen wurden.

"Wir haben die Infrastrukturfolgekosten in den Grundstückspreis mit einkalkuliert."Marian Schreier, Bürgermeister
"Wir haben die Infrastrukturfolgekosten in den Grundstückspreis mit einkalkuliert."Marian Schreier, Bürgermeister | Bild: Schreier

Meßmer dankte den beteiligten Grundbesitzern für ihre Bereitschaft, Land abzugeben um die Pläne für das Baugebiet zu verwirklichen und hofft nun darauf, dass wenigstens ein Teil des Verkaufserlöses auch in Weil investiert werde. "Wir haben die Infrastrukturfolgekosten in den Grundstückspreis mit einkalkuliert", erklärt Bürgermeister Schreier. In drei bis vier Monaten dürften die Erschließungsarbeiten abgeschlossen sein, dann können die 400-800 Quadratmeter großen Grundstücke bebaut werden. Bewusst habe man im Bebauungsplan nicht nur auf Einfamilienhäuser gesetzt. "Auf den großen Grundstücken ist auch eine verdichtete Bauweise möglich", rechnet Schreier trotz der anfänglichen Wirrungen mit einer guten Nachfrage für die Bauplätze. Immerhin habe die Stadt rund 500 000 Euro investiert, um das Baugebiet an den Markt bringen zu können. Und der Ausblick auf Hohenstoffeln und Hohenhewen sei im Preis einbegriffen – sogar bei trübem Wetter wie gestern.

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