Filmen ist seine Leidenschaft. Darum beobachtete Franz Bollin viele Stunden lang den Bau der drei Windräder in Wiechs am Randen mit seiner Kamera. Der Rentner aus Tengen-Uttenhofen hat ursprünglich in einem technischen Beruf gearbeitet. Seit seiner Jugend filmt er. Während der Bauzeit des Windparkes in Tengen-Wiechs hielt er rund 30 Stunden Filmmaterial fest. "Wann immer ich auf der Baustelle war, habe ich Franz Bollin getroffen", unterstreicht Ortsvorsteherin Gabriele Leichenauer den Einsatz des Rentners. In der Wiechser Gemeindehalle war Bollins Dokumentarfilm nun zu sehen.

Viele Stunden Geduld und Beharrlichkeit

"Ich musste jedes Mal Schutzkleidung anziehen, wenn ich auf die Baustelle ging. Und jedesmal musste ich mich beim Bauleiter anmelden", erzählt Bollin. Viele Stunden Geduld und Beharrlichkeit stecken in diesem ungewöhnlichen Filmprojekt.

Die rund 100 Zuschauer bei der Filmvorführung hatten viel zum Staunen. Von der Rodung des Waldes über das Gießen des Fundamentes, die Anlieferung der Betonschalen bis hin zur Befestigung der Flügel. Franz Bollin hat alles gefilmt. "Sie haben ein Stück Zeitgeschichte festgehalten", fasste Bürgermeister Marian Schreier zusammen. "Und ein Film ist dafür ein hervorragendes Medium." Schreier bezeichnete diese erste Aufführung dieses Filmes in Wiechs sogar als "Weltpremiere".

Bollin wählt gelungene Perspektiven

Dass Bollin etwas vom Filmen versteht, merkten die Zuschauer. Etwa an den verschiedenen Perspektiven, die er wählte. Mal filmte er unter dem Lastwagen hervor – dann durch die Betonschale in den blauen Himmel. Gebannt blickten die Zuschauer auf die Leinwand. Und mancher Mann bekam auch mal leuchtende Augen. Etwa als der Spezialkran mit scheinbarer Leichtigkeit Betonschalen wie Bauklötze aufeinander stapelte. Dahinter der blaue Himmel und die weißen Wolken, die im Zeitraffer dahin fliegen.

Liebevolle kleine Details

Nette kleine Details machen den Film sehens- und liebenswert. Ein Schmunzeln ging durch die Reihen, wenn die Zuschauer zwischendurch einmal die Straßen in ihrem Ort im Film sahen – oder gar das eigene Haus.

Bilder aus der Vogelperspektive hat Thomas Schätzle mit seiner Drohne gemacht. Beeindruckend auch die Dimensionen des Windparks: Um das Fundament zu gießen, fingen die Arbeiter morgens um drei Uhr an. So konnten sie das Fundament an einem Tag gießen. Dazu flossen 2000 Tonnen Beton in den Korb aus 70 Tonnen Stahl. Über 80 Betonmischer waren im Einsatz. Franz Bollin dokumentierte dies in Bild und Ton – bei Tag und Nacht, bei Regen, Schnee und Hitze. Ebenso den Großkran – dieser wurde mit über 50 Lastwagenladungen vor Ort zusammengebaut und war 175 Meter hoch.

"Die Aufnahmen waren spektakulär"

Peter Sartena von den Stadtwerken Radolfzell äußerte nach dem Film: "Das war eine wunderbare Dokumentation. Die Aufnahmen waren spektakulär." Auch die Wiechser Ortsvorsteherin Gabriele Leichenauer kam zum Ergebnis: "Der Film war super. Da steckt viel Arbeit drin." Bleibt zu hoffen, dass man die Doku bald auch im Internet anschauen kann.

Das Filmprojekt

  • Franz Bollin aus Uttenhofen dokumentierte den Bau des Windparkes Verenafohren in Tengen-Wiechs in einem Film. 30 Stunden Filmmaterial mit 500 Gigabyte Volumen hat er auf eine Stunde Film zusammengeschnitten. Rund 100 Zuschauer verfolgten den Film in der Gemeindehalle Wiechs.
  • Die drei Windräder produzieren jedes Jahr 20 Millionen Kilowattstunden. Das ist Energie für 20 000 Menschen. Das sind so viele Menschen wie in Engen, Tengen und Hilzingen zusammen leben. Die drei Windräder in Wiechs sind die einzigen Windräder im Landkreis Konstanz.