Beim Bürgerempfang der Stadt Tengen standen diejenigen im Mittelpunkt, die sich durch hohes ehrenamtliches Engagement um ihre Heimatgemeinde verdient gemacht haben und dafür ausgezeichnet wurden. Nach der musikalischen Einstimmung durch die Stadtkapelle Tengen bezeichnete Bürgermeister Marian Schreier das Engagement der Bürger in seiner Begrüßungsrede als sinnstiftend und heimatprägend. Er fasste es folgendermaßen zusammen: "Gemeinsam macht man sich auf den Weg und packt auch gemeinsam zum Wohle aller an!"

Vor den eigentlichen Ehrungen warf Marian Schreier noch einen Blick auf das kommunale Geschehen der Stadt und berichtete, dass nun endlich der Breitbandausbau vorankomme, dass mit der Verlegung der Leerrohre begonnen worden sei, die Haupttrasse zwischen Beuren am Ried und Tengen noch in diesem Jahr geplant und gebaut und auch die Ausschreibung des Netzbetriebs bis Ende dieses Jahres erfolgen werde. Ferner verwies er auf die vielen aktuellen Projekte, die von der Digitalisierung des Bürgerservices in der Verwaltung bis hin zu den Kanal- und Straßensanierungen in den Teilorten reichten.

Im Mai schließe man auch die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes als Grundlage für die zukünftige Baulandentwicklung ab. Er sehe 13 Hektar Entwicklungsfläche, insbesondere Bau- und Gewerbegebiete, für die nächsten zehn bis 15 Jahre vor. Dann wies Schreier auch noch auf den 23. Juni hin, wo das bisher Erreichte des mit den Bürgern entwickelten Leitbilds der Stadt Tengen 2030 bilanziert werde. Darin ging es um die Stadtentwicklungsstrategie und daraus abgeleitete konkrete Projekte.

Walter Zepf: Wanderfreudig und sozial

Ewald Münch nahm gerne die Aufgabe wahr, das ehrenamtliche Engagement von Walter Zepf hervorzuheben, der in der Kategorie Kultur geehrt wurde. 30 Jahre sei Zepf schon für den Schwarzwaldverein aktiv, Vorsitzender der Ortsgruppe Tengen und stellvertretender Vorsitzender des Bezirks Donau-Hegau-Bodensee. Walter Zepf sei im Ortsverein im Wegeteam aktiv, für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, habe sich als Organisator vereinsinterner Feste bewährt und sei sich nicht zu schade dafür, auch bei der Waldputzete mitzumachen. Zudem sei er seit zwölf Jahren im Vorstand der Sozialstation Engen tätig. Marian Schreier hob bei der Übergabe der Urkunde zudem hervor, wie groß der Beitrag des Schwarzwaldvereins dafür sei, dass der Hegau als Wanderregion wahrgenommen werde.

Die Strickgruppe: Handarbeiten erbringen 80.000 Euro

In der Kategorie Soziales Engagement fiel es der Laudatorin Christa Anzenberger zu, gleich eine ganze Gruppe zu ehren, nämlich die Strickrunde, die sich vor 32 Jahren aus der katholischen Frauengemeinschaft Tengen, Talheim und Uttenhofen herausgebildet hatte. Die Damen träfen sich im Winterhalbjahr im katholischen Pfarrheim in Tengen und strickten und häkelten für den guten Zweck. Die Pullover, Socken, Babygarnituren, Handschuhe und Schals würden während des Schätzele-Marktes verkauft. Mit den Einnahmen – in 32 Jahren seien 80 000 Euro zusammengekommen – würden soziale Projekte unterstützt. Stellvertretend für die gesamte Strickrunde nahmen Sonja Kies und Gertrud Bollig die Ehrenurkunden entgegen.

Werner Kornmayer: Auf vielen Baustellen unverzichtbar

Georg Eichkorn oblag es, die dritte und letzte Ehrung in der Kategorie Lebenswerk vorzunehmen. Wenn einer, so begann er seine Rede, mit gelber Motorradjacke auf seinem Roller durch Tengen pese, sei dies gewiss Werner Kornmayer auf einer seiner Missionen. Er sei ein Kümmerer, geschickter Handwerker und Fachmann in Baufragen, der mit Wissen und Lösungskompetenz bis heute gefragt sei. In vielen Funktionen habe er in unzähligen ehrenamtliche Stunden im Dienste von Narrenverein Kamelia, Stadtkapelle Tengen, Pfarrgemeinde und nicht zuletzt für den Tennisclub gearbeitet, wo er noch heute im Bauausschuss aktiv sei. An vielen erfolgreichen Projekten sei er wesentlich beteiligt gewesen. Nachdem sich Werner Kornmayer gerührt für die Auszeichnung bedankt hatte, erhoben sich alle Anwesenden, als die Stadtkapelle Tengen die Nationalhymne anstimmte und beim Badnerlied sangen alle mit.

Zum Abschluss des Bürgerempfangs machte sich Jens Crüger, Abgeordneter in der Bremer Bürgerschaft, Gedanken über "das digitale Kulturerbe" des Internets, das Segen und Fluch zugleich sei und dessen Datenvolumen sich alle zwei Jahre verdopple.

Bürgerempfang

Nach 2017 ehrte die Stadt Tengen in diesem Jahr zum zweiten Mal im festlichen Rahmen eines Bürgerempfangs in der Randenhalle verdiente Bürger, die sich durch ihr hohes ehrenamtliches Engagement zum Wohle ihrer Heimatgemeinde verdient gemacht haben. Auszeichnungen gibt es in drei Kategorien: Kultur, Soziales Engagement und Lebenswerk.