Zugegeben, der Andrang in der Randenhalle in Tengen war nicht mehr ganz so groß wie in den beiden Jahren zuvor, als das Projekt „Leitbild Tengen 2030“ für die Bürger neu war und sie erstmals auf so umfassende Weise aufgefordert waren, sich am Entwicklungsprozess ihrer Stadt zu beteiligen. Ein Jahr nach der Verabschiedung des Leitbilds sei es Zeit für eine Zwischenbilanz, wie Bürgermeister Marian Schreier erklärte. Nicht nur, um auf das Erreichte zurückzublicken, sondern auch, um sich über die aktuellen Projekte und Maßnahmen zu informieren sowie sich einen Überblick über die zukünftigen zu verschaffen.

Wie schon bei den vorhergehenden Leitbild-Veranstaltungen, waren Tafeln nach Handlungsfeldern aufgebaut, wie etwa zu Umwelt, Tourismus, Versorgung und Mobilität, wobei sich die Anwesenden nicht nur einen Überblick verschaffen konnten, sondern dazu aufgerufen waren, Ideen und Hinweise zu notieren und anzuheften. Eine neue Idee zur Digitalisierung der Bürgerservices brachte der Bürgermeister selber ein, nämlich die Einrichtung eines WhatsApp-Informationsdienstes, um zeitnah über wichtige städtische Themen zu informieren, wie etwa zu Entscheidungen des Gemeinderates, Veranstaltungen oder Straßensperren.

Rund ums Rathaus soll sich vieles ändern

Grundsätzlich stellt die Digitalisierung eines der Schlüsselthemen für die Zukunft dar, wie etwa das schnelle Internet für alle Teilorte, was nicht so zeitnah vorangeht wie von allen gewünscht. Einiges ist schon auf den Weg gebracht, wie etwa die Neugestaltung der städtischen Homepage und die Einrichtung eines öffentlichen W-LAN am Rathaus. Das derzeit größte Projekt sind der Neubau des Bauhofs und die Neugestaltung des Recyclingbereichs. Im Moment entsteht der Rohbau. Ein langfristig angelegtes Großprojekt ist die Sanierung von Blumenfeld. Doch derzeit spricht jeder von der neuesten Planungsidee, die Gestaltung einer Ortsmitte für Tengen-Stadt, beziehungsweise diese mit Rathaus, Feuerwehr und einem Ärztehaus überhaupt erst zu schaffen. Dazu wird ein Architektenwettbewerb ausgelobt. Wie Marian Schreier erläuterte, habe die Verwaltung einen zusätzlichen Bedarf von vier Räumen beziehungsweise 600 Quadratmetern Fläche. Dazu wolle man den Sitzungssaal umbauen und einen neuen, multifunktional nutzbaren Bürgersaal außerhalb des Gebäudes errichten.

Auch die Feuerwehr brauche zusätzliche Räume, wie etwa eine separate Umkleide und einen Duschraum. Dazu sei ein Erweiterungsbau notwendig, wie Schreier ergänzte. Schließlich wolle man das gesamte Areal rund ums Rathaus zur neuen Ortsmitte entwickeln und prüfen, ob sich ein Ärztehaus als ergänzende Nutzung städtebaulich am Rathaus integrieren lässt. Auf der Leitbildveranstaltung gab es prompt neue Ideen dazu, wie etwa die eines Wochenmarktes mit landwirtschaftlichen Produkten aus der Region und eines Treffpunktes mit Spielplatz und Café.