Er trägt eine gelbe Weste. Und er blickt ziemlich konzentriert drein, als er den Einsatz bei der Hauptübung der Tengener Feuerwehr leitet. Genau achtet er auf die Abläufe. Gerade werden in einem Übungsszenario in einem Haus in der Tengener Ludwig-Gerer-Straße ein Brand gelöscht und die Bewohner gerettet.

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Der Einsatzleiter heißt Thomas Maus. Im Anschluss an die Übung wurde er in der Tengener Randenhalle unter lang anhaltendem Applaus zum Ehrenmitglied der Tengener Feuerwehr ernannt.

„Ein großes Vorbild“

Von Claus Preter, dem stellvertretenden Kommandanten, wird er als ein sehr hilfsbereiter Feuerwehrmann beschrieben. Einer, der immer da ist und mit anpackt. „Er ist für mich ein großes Vorbild und mich beeindruckt, wie er junge Leute motivieren kann“, so Preter. „Außerdem gibts immer viel zu lachen, wenn man mit Thomas zu tun hat.“

Fragt man die Tengener Feuerwehrleute nach Maus, zitieren sie zuerst seinen Spruch: „Wer schneller ist als ich, muss im Feuerwehrhaus wohnen.“ Tatsächlich sei Maus bei fast allen Einsätzen als erster Feuerwehrmann im Gerätehaus, wie seine Kameraden bestätigen.

Mit 65 Jahren endet der aktive Dienst

Ende nächsten Jahres sei er 65 Jahre alt. Da müsse er mit dem aktiven Dienst aufhören. Leider, wie seine Kameraden sagen. Immer wieder hört man von ihnen: „Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn er dabei ist. Er ist ein Mann mit Erfahrung.“

Thomas Maus leitet hier die Hauptübung der Tengener Feuerwehr. Er gilt als der schnellste Feuerwehrmann in Tengen. Seine Kameraden schätzen seine Verlässlichkeit und seinen Humor.
Thomas Maus leitet hier die Hauptübung der Tengener Feuerwehr. Er gilt als der schnellste Feuerwehrmann in Tengen. Seine Kameraden schätzen seine Verlässlichkeit und seinen Humor. | Bild: Uli Zeller

Kommandant Wolfgang Veit bezeichnet ihn als „dreihundertprozentigen Feuerwehrmann. Überdurchschnittlich engagiert. Besonders bei der Weiterbildung der Maschinisten und Fahrer.“ Auch habe er sich etwa dafür eingesetzt, dass die Feuerwehr die Möglichkeit bekommen hat, in einem mobilen Übungsbrandcontainer seine Atemschutzgeräteträger zu schulen. „Tengen war im Umkreis die erste Feuerwehr, die so einen Container hatte“, so Veit.

Führerschein bringt ihn zur Wehr

Thomas Maus ist seit über 40 Jahren aktiv im Einsatz. Bei der Bundeswehr hat er den Lastwagen-Führerschein gemacht. „Wir brauchen dich als LKW-Fahrer“, motivierte ihn die Tengener Feuerwehr. Seither ist er dabei. Seine Motivation beschreibt Maus so: „Ich möchte Menschen helfen, die in Not sind. Es ist ein gutes Gefühl, andere vor einem größeren Schaden bewahren zu können.“

Als Beispiel erinnert er sich an einen Einsatz in Tengen-Büßlingen. „Es war an einem Sonntagmorgen um sieben Uhr, als wir zu einem Brandeinsatz alarmiert wurden. Draußen lagen 20 Zentimeter Schnee. Und noch zwei Personen waren im Gebäude“, beschreibt er die Ausgangslage. Es sei ein gelungener Atemschutzeinsatz gewesen – und die zwei Personen konnten gerettet werden.

Kameraden spielen sich Streiche

Zur Kameradschaft in der Feuerwehr gehören auch so manche Streiche, die sich die Kameraden spielen. Thomas Maus erinnert sich mit einem Lachen an einige davon. So hätten sie für die Deutsche Feuerwehrmeisterschaft mit Langlaufskiern geübt. Und ein Feuerwehrmann habe seinem Kameraden die Skier mit Riemenharz eingerieben. Stinksauer sei dieser gewesen, als er im Schnee nicht mehr weiterkam.

Ein anderer Feuerwehrmann sei bekannt gewesen dafür, dass er immer wieder den Schlüssel in seinem Privatauto stecken ließ. Die Feuerwehrmänner hätten dann das Auto hinter einem Einsatzwagen im Gerätehaus versteckt. „Als das Auto dann als gestohlen gemeldet wurde, ist das Gelächter groß gewesen.“

Mit dem Oldtimer in den Ruhestand

Dankbar erinnert sich Maus an eine Aktion seiner Kameraden an seinem letzten Arbeitstag als Qualitätstechniker in Blumberg. Die Feuerwehr sei mit dem Tengener Feuerwehr-Oldtimer in seine Firma angerückt. Maus erinnert sich: „Und dann haben sie mich in den Ruhestand abgeholt.“

So schade es für die Tengener Feuerwehr ist, dass Thomas Maus nun bald den aktiven Dienst beenden muss. So froh zeigen sich seine Kameraden darüber, dass er den Feuerwehrnachwuchs so stark geprägt hat. Und dass dieser seine Leidenschaft weiterträgt.