Die Pflegeheime Schloss Blumenfeld sollen bis Ende März 2017 endgültig geschlossen werden. Es gibt nur noch wenige Bewohner und 40 von einst über einhundert Beschäftigten. Indes läuft der Verkauf der Pflegeheim-Immobilien auf Hochtouren. „Sieben Gebäude haben wir samt Grundstücke mit einem Gesamterlös von 1,6 Millionen Euro verkauft. Das ist beachtlich, da wir erst vor etwa einem halben Jahr mit der Vermarktung starteten“, verrät Alexander Baum, Inhaber des gleichnamigen Immobilien-Unternehmens mit Hauptsitz in Villingen-Schwenningen. Der Verkauf des Herzstücks, das Schloss Blumenfeld, steht allerdings noch aus. „Es gibt Interessenten. Und wir führen bereits intensive Gespräche“, so Baum. „Es handelt sich um eine größere Investition, da wir einen Preis von 1,55 Millionen Euro festgesetzt haben. Es gibt aber sicherlich Zielgruppen, für die der Erwerb des Schlosses von Interesse sein könnte“, sagt Baum. Er denke dabei an Firmen, die beispielsweise ein Schulungszentrum im besonderen und abgeschiedenen Ambiente des Schlosses einrichten könnten. Auch Investoren für ein Hotel oder Branchen, wie Werbeagenturen, seien denkbar. „Blumenfeld liegt sehr verkehrsgünstig. In einer knappen dreiviertel Stunde kann der Flughafen Zürich mit dem Auto erreicht werden. Auch die Bahnverbindungen sind von Blumenfeld aus nicht weit entfernt“, betont der Tengener Bürgermeister Marian Schreier.

Das unterteilte Hauptgebäude der Pflegeheime, das Haus der Therapie, das Haus am Steinbach, die Ökonomie und die alte DRK-Wache hat der Privatinvestor Gabriel Buchmann aus Weggis bei Luzern in Eigentum gebracht. „Mein Ziel ist es vorwiegend, die Räume an auswärtige, im Hegau tätige Arbeitskräfte, wie Monteure, zu vermieten“, schildert Buchmann. Der bevorstehende Bau des Singener ECE-Centers Cano soll dabei besonders zu Buche schlagen. „Die Arbeiter müssen ja alle irgendwo wohnen. Und die meisten wollen nicht in teure Hotels, sondern in einfache, preisgünstige Unterkünfte“, so Buchmann. Das könne er mit einer Vielzahl von Zimmern bieten, alleine 40 gebe es im ehemaligen Schwerstpflegeheim Haus Steinbach. Das Haus der Therapie sei bereits voll belegt.

„Ich muss auch noch erst abwägen, wie viel in die Gebäude investiert werden soll. Für den Brandschutz und andere gesetzliche Vorschriften ist das ohnehin nötig. Das ist eine große Bürde“, erklärt er. Er wolle nicht ausschließen, später auch hochwertige Wohnungen in Gebäuden einzurichten, so Buchmann, der bereits in Blumenfeld Eigentümer eines Privathauses ist und dem auch die Duchtlinger Gaststätte Linde gehört, die er nach langem Leerstand mit neuen Betreibern wieder aktiviert hat. „In unserem Kaufvertrag wurde klar festgelegt, dass sich die Nutzung der Gebäude auf Wohnen beschränkt. Die Form bleibt dabei offen. Zwielichtige Einrichtungen, wie ein Rotlicht-Milieu, wurden dabei klar ausgeschlossen“, stellt Bürgermeister Marian Schreier klar. „Sollte ein Teil der Anlage auch touristisch als Übernachtungsmöglichkeit genutzt werden, fände das auch bei der Stadt Tengen große Zustimmung“, führt Schreier aus.

Auch für das alte Krankenhaus wird noch ein Käufer gesucht. Das Gebäude hat für die Bürger von Tengen und den Stadtteilen einen ideellen Wert. Dort ist ein Großteil der Bevölkerung zur Welt gekommen. Der Kaufpreis des alten Krankenhauses ist auf 310 000 Euro festgesetzt. „Wir haben bewusst das Gebäude-Ensemble der Pflegeheime als einzelne Einheiten angeboten, weil dies eine bessere Vermarktung ermöglicht", streicht Alexander Baum heraus.

Die Immobilien

Die Stadt Tengen hat im Jahr 2014 die Immobilien der Pflegeheime Schloss Blumenfeld zum Preis von 3,5 Millionen Euro zuzüglich der Grunderwerbsteuer vom Zweckverband der Einrichtung abgekauft. Mit derselben Summe ist auch der Verkauf angesetzt. Durch die Erlöse soll auch ein Teil der Verluste aufgefangen werden, welche der Betrieb der Pflegeheime in den vergangenen Jahren und die Abwicklung bis zur Schließung verursacht hatten. Die Stadt Tengen erhofft sich dadurch, wieder eine bessere Handlungsfähigkeit zu erreichen.

Die Blumenfelder Pflegeheime-Immobilie kostet 1,55 Millionen Euro. Darin sind vielfältige Nutzungen möglich. Das Projekt wird seit einem halben Jahr von der Stadt Tengen als Eigentümer vermarktet. Bürgermeister Marian Schreier und Immobilien-Unternehmer Alexander Baum bieten exklusive Einblicke:

 

Der Schlossgarten bietet viel Idylle. Das Bild zeigt Bürgermeister Marian Schreier (links) und Alexander Baum.
Der Schlossgarten bietet viel Idylle. Das Bild zeigt Bürgermeister Marian Schreier (links) und Alexander Baum. | Bild: Albert Bittlingmaier

Der markante Torbogen führt in das historische Schloss.
Der markante Torbogen führt in das historische Schloss. | Bild: Albert Bittlingmaier

In einem Dachgeschoss wurde die zweite Ebene des Schloss-Cafés liebevoll restauriert.
In einem Dachgeschoss wurde die zweite Ebene des Schloss-Cafés liebevoll restauriert. | Bild: Albert Bittlingmaier

Das Schloss-Café war ein beliebter Treffpunkt der Pflegeheime-Bewohner und ihren Angehörigen. Er kann weiter gastronomisch genutzt werden.
Das Schloss-Café war ein beliebter Treffpunkt der Pflegeheime-Bewohner und ihren Angehörigen. Er kann weiter gastronomisch genutzt werden. | Bild: Albert Bittlingmaier

Der Schloss-Hof hat ein besonderes Ambiente. Dort fanden auch schon kulturelle Veranstaltungen statt.
Der Schloss-Hof hat ein besonderes Ambiente. Dort fanden auch schon kulturelle Veranstaltungen statt. | Bild: Albert Bittlingmaier

Das Schloss ragt imposant über dem Tengener Stadtteil Blumenfeld.
Das Schloss ragt imposant über dem Tengener Stadtteil Blumenfeld. | Bild: Albert Bittlingmaier

Gabriel Buchmann hat bereits einen Großteil der Pflegeheim-Immobilien erworben.
Gabriel Buchmann hat bereits einen Großteil der Pflegeheim-Immobilien erworben. | Bild: Albert Bittlingmaier

Ein Blick auf das Gesamtensemble des Blumenfelder Schlosses.
Ein Blick auf das Gesamtensemble des Blumenfelder Schlosses. | Bild: Albert Bittlingmaier