Das Tengener Feuerwehrhaus platzt aus den Nähten. Schon, wenn sich die Wehrleute schnell umziehen müssen, wird es eng. Duschen müssen sie nach den Einsätzen daheim. Es gibt keinen Duschraum. Das soll sich bald ändern. Bürgermeister Marian Schreier und der Gemeinderat planen eine neue Ortsmitte auf dem Rathaus-Areal. Dort soll auch das Feuerwehr-Gerätehaus erweitert werden. Zudem ist ein Bürgersaal geplant.

Da auch die Stadtkappelle Tengen und der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes auf dem Platz ihre Heimat haben, soll er künftig zum großen Treffpunkt der Tengener werden. "Es sollen Ideen gesammelt werden, wie sich das Areal rund um das Rathaus als neue Ortsmitte entwickeln lässt. Wir wollen auch untersuchen, ob sich ein geplantes Ärztehaus als ergänzende Nutzung integrieren lässt", schildert Bürgermeister Marian Schreier. Für die weitere Planung lobe die Stadt einen Architekten-Wettbewerb aus.

„Die Erweiterung der Feuerwehr und der Neubau eines Bürgersaals am Rathaus sind eine planerische Herausforderung. Auch und gerade weil neue Gebäudeteile die bestehende Architektur berücksichtigen müssen. Daher hat sich der Gemeinderat für einen Planungswettbewerb entschieden, um die qualitativ beste Lösung zu finden", erklärt Schreier. „Bestandteil des Wettbewerbs ist auch eine Ideensammlung, wie sich das Areal in Richtung eines Markt- oder Rathausplatzes entwickeln lässt", sagt er. "Ich bin gespannt auf die Ideen und sehe darin eine große Chance, weil Tengen bislang eine klare Ortsmitte fehlt. Auf Basis des Wettbewerbsergebnisses wird der Gemeinderat entscheiden, ob und wie man diesen Weg weiterverfolgt", so Schreier.

Das Feuerwehrgerätehaus Tengen sei über 40 Jahre alt und weise größere Defizite auf. "Es gibt keine separate Umkleide. Die Wehrleute müssen sich in den Fahrzeugboxen auf engstem Raum umziehen. Es fehlt auch ausreichend Platz für den Werkstattbereich", berichtet Schreier. "Ein Anbau würde die Lage sehr entspannen. Allein in der Stadtwehr haben wir 62 Einsatzkräfte, davon vier Frauen. Neue Räume sind dringend nötig", betont der Tengener Feuerwehrkommandant Wolfgang Veit.

"Die Aufstellung eines Raumprogramms für das Rathaus Tengen hat ergeben, dass ein zusätzlicher Bedarf von mindestens vier Räumen besteht. Daher soll der Sitzungssaal umgebaut und ein neuer Bürgersaal außerhalb des Gebäudes geschaffen werden", erklärt Bürgermeister Schreier. Der Bürgersaal soll unterschiedlichen Nutzungen dienen, wie Ratssitzungen, Trauungen, Schulungen, Informationsveranstaltungen der Stadt und gegebenenfalls Vermietungen an Externe. Um möglichst viele Nutzungen zu erreichen, soll der Saal teilbar sein sowie mit einer kleinen Küche und moderner Medientechnik ausgestattet werden.

Es gebe in Tengen mehrere Orte, an denen wesentliche Funktionen konzentriert seien. Schon heute werde das Areal rund um das Rathaus für Veranstaltungen genutzt, wie den Kastanien-Sommer und Schätzele-Markt. Die Stadt arbeite intensiv an der Sicherung der hausärztlichen Versorgung. Daher habe der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss gefasst, ein Ärztehaus für die bestehende Gemeinschaftspraxis und den Zahnarzt zu errichten. Die Räume der Ärzteschaft seien nicht barrierefrei und zu klein, sodass eine Nachfolge im Bestand als sehr unwahrscheinlich gelte. Der Wettbewerb soll ermitteln, ob sich das Rathaus-Areal als Standort für ein Ärztehaus eignet.

 

Rund um die neue Ortsmitte von Tengen

  • Der Wettbewerb: Er wird für 15 Teilnehmer ausgelobt, wobei sieben Architekturbüros vorab gesetzt werden. Die Bewertung der Arbeiten erfolgt durch ein Preisgericht, bestehend aus Architekten, Gemeinderäten und Verwaltung. Der Wettbewerb wird durch das Büro Stadtplanung Nocke, Konstanz betreut. Ferner sind Vertreter der Feuerwehr als sachverständige Berater Mitglied des Preisgerichts. Insgesamt gibt es ein Preisgeld von 26 000 Euro. Der Wettbewerb besteht aus zwei Teilen: Realisierungs- und Ideenteil. Gegenstand des Realisierungsteils ist die Schaffung von zusätzlichem Raum für die Feuerwehr sowie Bau eines Bürgersaals. Als Ergebnis dieses Wettbewerbsteils wird eine Vorplanung vorliegen, die später umgesetzt werden soll. Der Ideenteil umfasst folgende Aufgabenstellung: Freiflächenkonzept für das Areal rund um das Rathaus sowie die Prüfung, ob sich das geplante Ärztehaus städtebaulich am Rathaus einfügen würde.
  • Das Feuerwehrgerätehaus: Nach Aufstellung eines Raumprogramms ergibt sich für die Feuerwehr ein Flächenbedarf von etwas über 1000 Quadratmeter. Im Bestand gibt es 436 Quadratmteter. Das Feuerwehrgerätehaus dient nicht nur der Abteilung Tengen, sondern deckt auch zentrale Funktionen für die anderen Teilwehren ab. Integriert ist auch die Jugendfeuerwehr. Sie hat 26 Mitglieder.
  • Zeitplan: Ende Juli/Anfang August: Wettbewerbsunterlagen werden ausgegeben. 22. Oktober: Ausgabe der Wettbewerbsarbeiten, 16. November: Preisgerichtssitzung – Auswahl der Preisträger, November: Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten. Die weiteren Schritte werden im Gemeinderat beraten und festgelegt.