Handwerk hat goldenen Boden. Diese Redensart traf in den letzten Jahren zu. Je länger, desto mehr. Handwerkern ging die Arbeit nicht aus. Das ist auch jetzt noch so. Aber inzwischen kommt die Corona-Krise langsam auch auf dem Bau an. Edwin Keller, Vorsitzender des Gewerbevereines Tengen, führt einen Meisterbetrieb im Bereich Kachelofenbau und Fliesenarbeiten. Er fasst bei einer telefonischen Befragung zusammen: „Das Problem ist, das wir zur Zeit kein Material mehr aus Italien bekommen. Unter anderem haben wir von dort bisher Fliesen bezogen, falls der Kunde italienische Ware ausgesucht hatte“.

Im Moment würden Keller und seine Angestellten noch ganz normal arbeiten. „Auf dem Bau geht es gut, so lange wir noch Material bekommen. Im Bereich Kachelofenbau beziehen wir Ware aus Deutschland, das funktioniert noch. Einige Kunden verschieben Ihre Aufträge wegen der Coronakrise schon auf später.“ Keller zeigt sich gelassen und sagt: „Wir müssen warten, was noch auf uns zu kommt.“

Nachschub aus Italien fehlt

Bauingenieur Benno Wezstein erlebt es ähnlich. Er betreibt ein Ingenieurbüro für Baubetrieb mit der Haupttätigkeit Bauleitung, Baubetreuung und Koordination für Baustellen. Wie lange der Baustellenbetrieb aufrecht erhalten werden könne, sei ungewiss. „Unsere Baustellen laufen jetzt noch auf Normalbetrieb“, beschreibt er per Mail. „Wir haben zum Glück keinen Betrieb mit einem Corona-Fall gemeldet bekommen.“ Im Innenausbau könnte es demnächst zu einem Stillstand kommen. Die Lieferanten hätten logistische Engpässe angekündigt, so Wezstein.

Es sei damit zu rechnen, dass nicht nur der Nachschub an Fliesen fehle. Auch Stahl-Lieferungen aus Italien könnten demnächst ausbleiben. Baustellenbesprechungen könnten noch abgehalten werden. Keller und Wezstein waren sich jedoch einig darin, wie wichtig die Verordnungen seien, die die Verbreitung des Coronavirus verlangsamen. „Jeder Beteiligte ist sehr darauf bedacht, die Abstandsregeln einzuhalten“, so Wezstein.

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