Der Donaueschinger Teilort Aasen hat Fronleichnam 2019 aus Gründen des Artenschutzes auf Blumenteppiche verzichtet. Hier ersetzten kleine Holzbilder den Blumenschmuck. Auch in Hüfingen – bekannt für seinen traditionellen, mehrere hundert Meter langen Blumenteppich – gab es diesmal keinen kunstfertigen Blütenschmuck. Wegen des späten Fronleichnamtermins gab es nicht mehr genügend Blüten. Im kleinen Tengener Teilort hat man schon längst eine Alternative für die früher auch hier Jahr für Jahr an den Prozessionsstationen liegenden Blumenteppiche gefundem: Seit gut zwanzig Jahren greifen die Katholiken dort für das zwei mal drei Meter große Bild vor dem Altar vor dem Rathaus auf gefärbtes Sägemehl zurück. Seit drei Jahren besteht auch das gleich große Bild vor dem Altar an der Kirche aus diesem Material. Die Umrandung der Bilder aus Blüten und den Teppich vom Altar nahe der Kirche bis zum Portal des Gotteshauses lassen sich die Büßlinger aber nicht nehmen.

Bilder nach Arbeiten des Priesters und Künstlers Sieger Köder

Ideengeberin und eifrige Bildgestalterin ist Elisabeth Maier. Sie stammt aus Thalheim bei Messkirch – und dort besteht der Fronleichnamsschmuck so lange sie denken kann aus Sägemehl. „Es vereinfacht alles“, erklärt Elisabeth Maier. Es sei Jahr für Jahr schwieriger geworden, Blumen für die Fronleichnamsteppiche zu finden. Und auch schwerer, genügend Leute zum Blumensuchen zu gewinnen. So habe sich das Dorf dann eben für das Sägemehl entschieden. „Und ganz nebenbei, ohne das bewusst im Sinn gehabt zu haben, haben wir so auch schon lange etwas für den Artenschutz gemacht“.

Am Fronleichnamsschmuck wirken insgesamt um die 25 Kinder und Erwachsene mi. Eingefärbt wurden für den vorgestrigen Schmuck vier 60-Liter-Kanister mit Sägemehl. Die beiden wunderschönen Bilder nach Arbeiten des Priesters und Künstlers Sieger Köder stießen dann auch auf viel Bewunderung – bei den Kirchgängern, nicht während der Prozession. Die Fronleichnamsprozession fiel nämlich wegen des Regens aus.