Eine Besonderheit befindet sich auf der Gemarkung Uttenhofen: einer der beeindruckendsten Biberdämme im Bereich des Regierungspräsidiums Freiburg. Der Wasserstand von Seen und Flüssen ist selten konstant, er verändert sich im Jahresverlauf. Sinkt er, dann besteht die Gefahr, dass die Eingänge zum Bau der Biber im Trockenen liegen. Damit fehlt die direkte Verbindung zum Wasser. Deshalb bauen die Biber Dämme, damit sich eine Art Stausee mit konstantem Wasserspiegel bildet. Kleine, flache Gewässer, sie kann er dann auch nutzen. Er ist ein genialer Baumeister. Zum Bau eines Dammes werden abgeschnittene Zweige und Stämme senkrecht in den Grund des Baches gestellt, diese dann mit Steinen, Schlamm, Schilf und sonstigem beschwert und befestigt.

Der Biber nutzt oft über den Bach gestürzte, angeschwemmte Bäume oder fällt diese selbst. Sie dienen als Halt, um einem Damm zu bauen. Die Stämme und Äste werden zur Abdichtung mit Schlamm verkleistert. Dazu nutzt der Biber die Vorderbeine, während er zum Anschleppen der Äste und Stämme die Zähne benutzt.

Bei Hochwasser reguliert er die Dammhöhe, dies bedeutet, er baut diese etwas ab, damit sein Bau trocken bleibt. Die Höhe der Dämme schwankt zwischen 0,3 bis über fünf Meter. In der Schweiz baut er diese eher selten, im Kanton Zürich ist ein Damm mit über drei Meter bekannt.

Biberexpertin bewundert das Bauwerk

Die Biberbeauftragte beim Regierungspräsidium Freiburg, Bettina Sättele, teilt auf eine Anfrage, ob es ähnlich hohe oder noch höhere Dämme wie in Uttenhofen gibt, mit: „Es gibt schon Dämme, die vergleichbar sind, so einer am Weiherdamm in Leipferdingen und bei Zimmern am Eingang des Amtenhauser Tals. Dennoch müssen wir immer wieder ran wegen benachbarten Grundstücken oder Teile der Dämme werden bei Hochwasser abgeschwemmt. Insofern sind die Dämme in Uttenhofen wirklich die stabilsten, die ich kenne und äußerst bewundernswert.“

Wie hoch ist der Damm in Uttenhofen nun wirklich? Hugo Wezstein, ehemaliger Maurermeister, hat mit dem Messgehilfen Herbert Keller die Höhe nivelliert. Es wurden 4,3 Meter gemessen. Damit zählt dieses Biberbauwerk zu einem der höchsten in Bezirk des Regierungspräsidiums Freiburg.

Damm im Breitental beeinflusst Wiederaufforstung

Der Lauterbach am Ortsausgang ist oberhalb des mächtigen Dammes nochmals mit zwei weiteren Dämmen von je etwa einem Meter eingestaut. Mit einer Länge der Staufläche von etwa 300 Meter ist er nicht der größte Einstau, aber ein besonderes, großartiges und sehenswertes Naturschauspiel und gilt als einer der höchsten Biberdämme weltweit.

In unmittelbarer Nähe ist eine Jahrhunderte alte Versinterung des Wultererbaches. Der SÜDKURIER hat über diese Kalkablagerungen, die im unteren Bereich über den Lauterbach „wachsen“, vor längerer Zeit berichtet. Es gibt Überlegungen, diese Einmaligkeit in einen Rundwanderweg bis zur Mühlbachschlucht, zurück durch den Staatswald mit einem Waldlehrpfad zu verbinden. Die Biber haben sich zwischenzeitlich an weiteren Plätzen der Stadt Tengen einen Lebensraum geschaffen, so unter anderem auch im Breitental. Dort steht eine vorgesehene Fläche zur Wiederaufforstung teilweise durch Biberdämme im Wasser und ist somit nicht für einen weiteren Waldbestand geeignet.