Wie man aus der Not eine Tugend macht, bewies der Musikverein Wiechs am Randen, der ein Konzert veranstaltete, obwohl er derzeit ohne Dirigenten auskommen muss. Manfred Müller, der ehemalige Vorsitzende des Vereins und eigentlich der Schlagzeuger, sprang in die Bresche und übernahm für diese Veranstaltung die musikalische Leitung, frei nach dem Motto: "Einen Polka-Abend bekommen wir gemeinsam hin!"

Von der Stephanspolka zum Zigeunermarsch

Entsprechend betraten im gut besuchten Gemeindehaus die Musikerinnen im Dirndl und die Musiker in Lederhosen die Bühne. Der Musikverein zeigte das Spektrum dieser ursprünglich böhmischen Volksmusik, das von der getragenen "Stephanspolka" bis zum temperamentvollen "Maxglaner Zigeunermarsch" reichte.

Musiker beeindrucken durch Soli

Viele Soli brachten zusätzliche musikalische Würze, wie etwa die von Christoph Stiehl auf der Trompete oder die der Geschwister Vanessa und Lena Bollin bei der "Dudelsackpolka", als beide ihre Parts auf der Klarinette beziehungsweise auf der Querflöte souverän spielten. Lena Bollin glänzte zudem an der Seite von Herbert Stihl als Sängerin. Gemeinsam bildeten sie ein harmonisches Gesangsduo.

Leistungsabzeichen für den jungen Trompeter Steffen Bollin

Den meisten Spaß aber hatte Aushilfsdirigent Manfred Müller selbst, der sowohl seine Wiechser Musiker, als auch das Publikum mitriss und durch witzige und zum Teil hintersinnige Ansagen die Gäste zum Lachen brachte. An diesem Abend waltete schließlich auch Bernhard Wesle, Vorsitzender des Blasmusikverbands Hegau-Bodensee (Bezirk Randen) seines Amtes und überreichte Trompeter Steffen Bollin das Jungmusiker-Leistungsabzeichen.

Bei der Zugabe sorgte dann Julian Müller beim Stück "Für Theresa" für einen weiteren musikalischen Höhepunkt, als er auf seiner Tuba mit einem gefühlvollen Solo glänzte. Zum Schluss bedankte sich der Vereinsvorsitzende Heinz Leichenauer beim Publikum und kündigte fürs nächste Jahr einen weiteren Polkaabend an, nachdem der erste sichtlich gut angenommen wurde.