Geduld lautete die Devise zuletzt für die Beteiligten am Breitbandprojekt Hilzingen und Tengen. Doch nach langem Warten sind jetzt endlich die ersten Förderbescheide eingetroffen und die Bauphase kann beginnen. Beim Spatenstich in Blumenfeld stand den Bürgermeistern die Erleichterung förmlich ins Gesicht geschrieben. Mit den jetzt eingetroffenen Förderbescheiden zu dem gemeinsamen Breitbandprojekt hat das lange Warten ein Ende. Durch die nun anstehenden Bauarbeiten soll in den kommenden Jahren die Gemeinde Hilzingen und die Stadt Tengen flächendeckend mit Hochgeschwindigkeitsinternet versorgt werden.

Doch dies funktioniere nur dann mit bis zu 1000 Megabit pro Sekunde, wenn durchgängig Glasfaserleitungen verlegt sind – und zwar von der Vermittlungsstelle über den Verteilerkasten bis ins Haus. Das sei das Ziel.

Sowohl Marian Schreier als auch Rupert Metzler zeigten – quasi um alle Zweifel zu beseitigen – jeweils eine vom Innenminister Thomas Strobl unterschriebene Urkunde vor, in denen offiziell bestätigt wurde, dass das gemeinsame Breitbandprojekt der beiden Hegau-Gemeinden vom Land gefördert wird. Genaugenommen handelt es sich 18 500 Euro für Tengen und knapp 34 000 Euro für Hilzingen, was 90 Prozent der jeweiligen Planungskosten ausmacht. Weitere Förderanträge seien unterwegs und alle Verantwortlichen davon überzeugt, dass deren positive Bescheide nicht mehr so lange auf sich warten lassen werden. Auch von den Kosten, die während der Bauphase anfallen, werde das Land – wie die Beteiligten betonten – aller Voraussicht nach 90 Prozent übernehmen.

Für den offiziellen Beginn der Bauphase wählten die Bürgermeister nun Blumenfeld aus, weil dort Tiefbauarbeiten beginnen, um Stromleitungen unterirdisch zu verlegen. Somit liegt es aus Kostengründen nahe, dort nun auch gleichzeitig die ersten Leerrohre für die künftigen Glasfaserleitungen mit zu verlegen.

Schritt für Schritt wolle man nun das Mammutprojekt Breitbandversorgung umsetzen, wobei sich die beiden Bürgermeister darin einig waren, dass die Gewerbegebiete, soweit dies die bauliche Umsetzung zulasse, Priorität genössen. Rupert Metzler kündigte an, dass auf der nächsten Gemeinderatssitzung in Hilzingen die nächsten Schritte besprochen würden, die ihren Part beträfen. Marian Schreier ergänzte, dass nun, nach Beginn der Bauphase, auch die Vorbereitungen zur Ausschreibung für den potentiellen Betreiber anliefen, dessen Aufgabe es dann sei, das Netz aufzubauen und jeden Haushalt ans Hochgeschwindigkeitsinternet anzuschließen und dieses dann auch zu unterhalten. Den Zuschlag kann dann sowohl einer der bekannten Multis erhalten oder auch eine regional tätiges Unternehmen.

 

Der schnelle Weg ins Netz

Das Hochgeschwindigkeitsinternet machen verschiedene Anbieter mit unterschiedlichen Technologien zugänglich.

  • DSL ist der einfache Standard. Vermittlungsstelle und Verteilerkasten sind über Kupferleitungen verbunden. Vom Verteilerkasten bringt Kupfer die Leistung bis ins Haus – Geschwindigkeit bis zu 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s)
  • VDSL ist das dank Vectoring-Technologie schnellere DSL, wie es derzeit beispielsweise in Riedheim angeboten wird. Vermittlungsstelle und Verteilerkasten sind per Glasfaserleitung verbunden. Vom Verteilerkasten bringt Kupfer die Leistung bis ins Haus – Geschwindigkeit bis zu 100 Mbit/s
  • Highspeed mit Glasfaser – wie aktuell von Hilzingen und Tengen geplant – setzt auf durchgängige Glasfaserleitung von der Vermittlungsstelle über den Verteilerkasten bis direkt ins Haus – Geschwindigkeit bis zu 1000 Mbit/s
  • Die Internetanbieter ermöglichen mittels verschiedenen Techniken den stationären und auch immer mehr mobilen Zugang zum Internet. Die bekanntesten Internetanbieter sind Vodafone, Deutsche Telekom oder auch 1&1, aber auch Anbieter wie Kabel Deutschland können immer größere Marktanteile verzeichnen.
  • Als regionaler Anbieter hat Thüga Energie im Herbst vergangenen Jahres angekündigt, sich auch an den Ausschreibungen zum Betrieb des Netzes in Hilzingen und Tengen zu beteiligen.