„Uns friert es nicht“, bekräftigte Stadtrat Adelbert Zeller aus Tengen. Er und weitere Stadt- und Ortschaftsräte sowie ein Jagdpächter waren an diesem trüben kalten Novembertag mit Spaten zum Biotop Schlatter Seele gekommen. Sie setzten entlang der Grundstücksgrenze, auf dem das Biotop liegt, 400 Pflanzen für eine Feldhecke. Das Schlatter Seele liegt auf Gemarkung Büßlingen nicht weit von der Schweizer Grenze, und von der Gemarkungsgrenze zu Schlatt am Randen.

Extensive Nutzung der Fläche

Vor Jahren fasste der Ortschaftsrat von Büßlingen den Beschluss, den Pachtvertrag für die vier Hektar große Fläche um das Biotop zu kündigen und die Fläche, bisher als Acker bewirtschaftet, einer extensiven Nutzung zuzuführen. Die Fläche wurde umgebrochen, brach liegengelassen und nun mit einer speziellen Wiesenmischung von Hand eingesät. „Irgendwann gibt es hier eine Blumenwiese“ erklärte der Büßlinger Orts-vorsteher Josef Ritzi. „Der Boden ist ein Allgemeingut, für das wir Verantwortung zeigen sollten, wir müssen uns fragen, wie lange verträgt das Land eine intensive Nutzung?“, begründete er den Beschluss des Ortschaftsrates.

Feldhecke mit typischen Heckenpflanzen

Die Wiesenfläche wird mittlerweile von einem Schäfer aus Tengen bewirtschaftet. Wolfram Homburger aus Engen, welcher die Umsetzung der vom Büro 365 geplanten Maßnahme begleitet, war erfreut über das Engagement der Räte. „Es ist schön, dass sich Leute finden, die sich auf diese Art einbringen.“ Die neue Feldhecke mit den typischen Heckenpflanzen – wie Weiß- und Kreuzdorn, Hunds-Rose – sowie den Wildbirnen- und Wildapfelbäumen dient der Vernetzung von Heckenflächen und bietet dadurch Lebensraum für Heckenbrüter – etwa den Neuntöter. Durch die Maßnahme generiert die Stadt zirka 200 000 Ökopunkte und ist laut Bürgermeister Marian Schreier, der bei der Pflanzaktion vorbeischaute, für den städtischen Haushalt ein Gewinn: „Bei unserem Bestand an Ökopunkten können wir es uns erlauben, diese Ökopunkte zu verkaufen – und Einnahmen von 200.000 Euro stehen Ausgaben von zirka 20.000 Euro entgegen.“