Das Krankenhaus Stockach bildet erstmals in diesem Jahrzehnt wieder zwei Pflegefachkräfte aus. Die 33-jährige Altenpflegehelferin Amela Kaikcija aus Winterspüren und die 48-jährige Krankenpflegehelferin Julia Rupp aus Ludwigshafen arbeiten bereits hier. Pflegedienstleiterin Tina-Marie Haberl habe sie dazu ermutigt, die Ausbildung zu machen, um beruflich weiterzukommen, erzählen sie.

Haberl erklärt, es gebe inzwischen einen Ausbildungsverbund im Landkreis, dem die meisten Pflegeheime und ambulanten Dienste angehörten, auch das Krankenhaus Stockach sei dabei. „Alles wird vom Landratsamt geplant“, fügt Tina-Marie Haberl hinzu. Im Vertrag stehe, wann die Frauen wo eingesetzt werden, sogar, wann sie Urlaub haben. Das gebe ihnen Sicherheit für ihre Ausbildung.

Familiäre Atmosphäre am Stockacher Krankenhaus

Amela Kaikcija hatte ihre Ausbildung mit 18 Jahren begonnen, aber nicht beendet. „Jetzt will ich weitermachen. Ich möchte gerne hierbleiben. Es ist ein schönes, familiäres Krankenhaus. Ich komme jeden Morgen gerne her.“ Sie freue sich aufs Lernen und darauf, ihr Fachwissen zu erweitern. Auch Julia Rupp wurde vor zwei Jahren auf der Station gut aufgenommen. „Die anderen haben mir viel gezeigt und ich habe gemerkt: das ist was für mich.“ Sie müsse diese große Chance nutzen.

Zehn Praxisanleiter stehen im Krankenhaus Stockach zur Verfügung. Der Unterricht zur neuen generalistischen Pflegeausbildung erfolgt in der Mettnau-Schule in Radolfzell. Die Stockacher Schülerinnen beginnen mit einem praktischen Teil. „Die Ausbildung dauert drei Jahre. Etwa 1000 Stunden werden sie bei uns sein, den Rest außerhalb absolvieren. Dazu kommt der Blockunterricht“, beschreibt die Pflegedienstleiterin.

Wohnortnahe Ausbildungsplätze sind wichtig

Dass die Schülerinnen volljährig sind und ein Auto haben, sei von Vorteil, ergänzt sie. Geschäftsführer Michael Hanke freut sich für die beiden Frauen und betont, mit der Ausbildung leiste man auch als kleines Krankenhaus seinen Beitrag zur Verringerung des Pflegenotstandes. Wohnortnahe Ausbildungsplätze seien wichtig, um pflegerischen Nachwuchs zu gewinnen.

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