Mehr als einen Monat ist es her, dass in Raithaslach mehrere Häuser, Straßenschilder und Autos mit Farbe besprüht wurden. Doch bis heute haben die Ermittler noch keine heiße Spur. Auch eine konkrete Schadenshöhe ist noch nicht bekannt, da nach Informationen der Polizei noch nicht alle Schadensgutachten vorliegen.

Wie Wolfgang Widmann, Leiter des Polizeireviers Stockach, auf SÜDKURIER-Nachfrage mitteilt, sei es nach der Tat zunächst erforderlich gewesen, „den Sachverhalt in seiner Gesamtheit zu erfassen“ und Kontakt zu allen Geschädigten aufzunehmen. Weil die Täter neun Gebäude, zwei Autos, fünf Schilder, einen Zigarettenautomaten und zwei Verteilerkästen der Telekom besprüht hätten, seien die Ermittlungen mit entsprechendem Aufwand verbunden gewesen. Zudem werden die Tags der Graffiti-Szene, die die Unbekannten aufgesprüht haben, mit jenen verglichen, die der Polizei schon bekannt seien – auch, um gegebenenfalls Tatzusammenhänge erkennen zu können.

Zeugen könnten immer noch helfen

Und die Polizei hoffe nach wie vor auf Zeugen. „Es kommt immer wieder vor, dass auch nach Wochen noch Hinweise zum Tatgeschehen an die Polizei weitergegeben werden“, erklärt Widmann. Daher gebe es auch im Raithaslacher Fall noch Hoffnung, an Infos zu kommen, die weiterhelfen könnten. „Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass es für die Jugendsachbearbeitungen bei den Polizeirevieren in Zeiten der Corona-Pandemie schwieriger ist, mit Jugendlichen und Heranwachsenden beispielsweise im Rahmen von Streifentätigkeit an spezifischen Treffpunkten in der Öffentlichkeit ins Gespräch zu kommen“ – und auf diese Weise Informationen zu erhalten.

Obwohl die Polizei bisher laut Widmann noch keinen konkreten Tatverdacht oder Hinweis hat, tappe sie aber nicht vollkommen im Dunkeln. Es seien Spuren gesichert worden, „die gegebenenfalls noch für einen Tatnachweis wichtig werden können“. Mehr könne er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.