Die Mitarbeiter des Stockacher Wertstoffhofes, Max Hörmann, Token Termibulatow und Heintje Liebich, haben in der Zeit nach Weihnachten alle Hände voll zu tun. Es sei dann extrem viel los.

„Am schlimmsten ist es jetzt kurz vor Silvester, am 29. Dezember, gewesen“, berichtet Max Hörmann, der seit vielen Jahren auf dem Wertstoffhof arbeitet und schon so einige Winter- und Jahreswechselzeiten dort erlebt hat. „Da gab es auf der Straße eine zweireihige Schlange wartender Autos.“ Der Andrang sei zwar zu dieser Jahreszeit, ähnlich wie zu Ostern, immer groß, jedoch sei die Lage aktuell wegen Corona noch schlimmer.

Mehr Entrümpelungen und Bestellungen

Seit dem ersten Lockdown 2020 hätten mehr und mehr Leute Dinge auf dem Wertstoffhof entsorgt. Zunächst habe das vermutlich daran gelegen, dass viele mehr Zeit hatten, entrümpelten und aussortierten, mutmaßt Hörmann. Hinzugekommen sei, dass aufgrund der Schließung der Geschäfte mehr online gekauft wurde. Dies habe zu immens viel Verpackungsmüll geführt. Auch in der Weihnachtszeit würden die Leute mit besonders viel Verpackungsmaterialien anrücken: Pappkartons ohne Ende und Papier.

Und dann sei da noch der Elektroschrott. Da falle kurz nach Weihnachten auch bedeutend mehr an als sonst. Hörmann vermutet, dass die alten Geräte zu Weihnachten durch neue ersetzt werden. Die Zeit zwischen den Jahren würde zudem oft für Haushaltsauflösungen genutzt.

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Eine besondere Herausforderung in den Stoßzeiten sei es, dass viele Menschen laut Max Hörmann versuchen würden Dinge auf dem Wertstoffhof zu entsorgen, die dort gar nicht hingehörten. Sperrmüll zum Beispiel. Da müssten er und seine Kollegen immer gut aufpassen, auch darauf, dass alles in die passenden Container geworfen würde.

Konsequente Ausweiskontrollen stoßen auf Kritik

„Es kommen auch immer wieder Leute von woanders und versuchen, ihren Müll nach Stockach zu bringen. Darum führen wir lückenlos Ausweiskontrollen durch“, so Hörmann. Vor allem als coronabedingt viele Wertstoffhöfe in anderen Gemeinden wie Orsingen-Nenzingen, Bodman-Ludwigshafen oder Tuttlingen geschlossen waren, seien die Leute mit ihrem Müll zur Entsorgung nach Stockach gekommen.

Aber da der Wertstoffhof über die Stadt Stockach, also über die Müllgebühren der Stockacher Einwohner finanziert werde, gehe das natürlich nicht, erklärt Sabrina Molkenthin, Leiterin des Umweltzentrums Stockach, zu dem der Wertstoffhof gehört.

„Die Leute haben oft überhaupt kein Verständnis dafür, dass ihr Ausweis kontrolliert wird. Sie werden dann unfreundlich und beschimpfen die Wertstoffhof-Mitarbeiter“, sagt Sabrina Molkenthin. Dies sei nicht in Ordnung. „Die Jungs da machen nur ihren harten Job – und den machen sie gut“, so Molkenthin. Heintje Liebich zum Beispiel würde sogar ehrenamtlich helfen, was Molkenthin großartig findet. Sie würde ihn gerne fest einstellen – bis jetzt würden ihr die Kosten dafür allerdings noch nicht erstattet werden.

Lichtverhältnisse erschweren die Arbeit

Eine weitere Herausforderung ist das fehlende Tageslicht. Kontrollen und Überwachung seien vor allem in der dunklen Jahreszeit schwierig, sagt Max Hörmann, da der Wertstoffhof in den späteren Nachmittagsstunden geöffnet sei: „Wir haben zwar vorne an der Straße zwei Scheinwerfer, aber das Licht kommt weiter hinten auf dem Hof fast nicht an. Ein Antrag auf mehr Licht wurde bereits bei der Stadt gestellt, es ist aber leider noch nichts passiert“, erzählt er.

Anmerkung der Redaktion: Ein Name war zunächst falsch geschrieben. Dies ist inzwischen korrigiert.