Stolz und imposant rollt am Freitagmorgen ein alter grauer Mercedes über die schmale Hauptstraße der Stockacher Oberstadt. Auf seiner Motorhaube und auf der linken Türe klebt jeweils ein Schild mit einer Startnummer und mit dem grün-weißen Logo der Bodensee-Klassik.

Diese Oldtimer-Rallye rund um den Bodensee findet in diesem Jahr schon zum zehnten Mal statt. Etwa 20 Zuschauer haben sich zwischen der Adler Post und dem Alten Forstamt eingefunden und warten gespannt auf die Ankunft weiterer Autos, welche die Stelle nach und nach passieren.

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Geschicklichkeit statt Schnelligkeit

Streng genommen sei die Bodensee-Klassik keine Rallye, sondern eine Orientierungsfahrt, sagt Johannes Hübner, der mit einem Mikrofon in der Hand am Straßenrand steht und das Spektakel moderiert. Bei einer Rallye komme es auf Geschwindigkeit an und das sei in Deutschland nicht erlaubt.

Stattdessen müssten die Teilnehmer Geschicklichkeitsaufgaben erfüllen, zum Beispiel möglichst präzise rückwärts einparken oder kurze Strecken auf Zehntelsekunden genau zurücklegen.

Oldtimer machen Station in Stockach Video: Dominique Hahn

Als nächstes rollt ein grüner Jaguar um die Ecke und kommt neben Tara Lyons zum Stehen. Die junge Frau arbeitet normalerweise im Kulturzentrum und ist heute für das Abstempeln der Fahrzeuge zuständig. Der Jaguar habe eine Form wie eine Colaflasche, sagt Hübner in sein Mikrofon. Auch ein großes rotes Begleitfahrzeug ist bei der Rallye dabei, das im Falle einer Panne Hilfe bieten kann.

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Fast 300 Kilometer um den Bodensee an einem Tag

Rund 120 Fahrer sind laut Hübner dieses Jahr unterwegs. Die Strecke führe an diesem Tag fast 300 Kilometer um den ganzen Bodensee herum, von Friedrichshafen über Stockach und Konstanz bis in die Schweiz und nach Österreich.

Das sei der längste Tag der dreitägigen Rallye. Mitfahren kann jeder, der einen Führerschein und einen Oldtimer besitzt, also ein Auto, das mindestens 30 Jahre alt ist. Das älteste Auto in der Rallye sei Hübner zufolge Baujahr 1937.

Oldtimer machen Station in Stockach Video: Dominique Hahn

Ein Herz für Oldtimer

Johannes Hübner selbst begeistert sich schon seit Urzeiten für Autos, wie er sagt. Sein persönliches Lieblingsauto sei der Citroen SM, der nicht nur ein tolles Design, sondern auch eine beeindruckende Technik habe. „Und die Federung ist so gut, dass es sich anfühlt, als ob man fliegt“, sagt er noch, bevor er sich wieder seiner Aufgabe als Moderator widmet.

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Nachdem der Fahrer eines eleganten weißen Porsche den grünen Zettel von Tara Lyons entgegengenommen hat, heult der Motor des Porsche beim Wegfahren einmal laut auf – ein Sound, der wohl jedem Autoliebhaber das Herz höher schlagen lässt, wie sich an den Augen der versammelten Zuschauer ablesen ließ.

Alle Bilder der alten Schmuckstücke in der Stockacher Oberstadt finden Sie hier.