Ramona Löffler: Zum Jahreswechsel 2001/02 waren ein paar Freunde bei mir zu Gast, die schon unglaublich aufgeregt waren und schnellstmöglich die neue Euro-Scheinen sehen und im Geldbeutel haben wollten. Nach dem Feuerwerk herrschte daher relativ bald Aufbruchsstimmung zum nächsten Geldautomaten. Ohne mich allerdings. Mir reichte der nächste Morgen.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits ein Euro-Starter-Kit mit Münzen. Das habe ich heute immer noch originalverpackt als Erinnerung. 10,23 Euro befinden sind darin, was 20 D-Mark entsprach. Und einen 20er-Schein sowie einige DM-Münzen habe ich auch noch. Die Münzen waren geplant, der Schein dagegen Zufall, weil ihn meine inzwischen verstorbene Oma Jahre später zufällig gefunden und mir geschenkt hat. Ab und zu habe ich ausländische Euro-Münzen aufbewahrt, die ich schön oder ungewöhnlich fand – bis heute.

Ein Euro-Starter-Kit (hinten) und ein 20-Mark-Schein, die Redakteurin Ramona Löffler aufbewahrt hat.
Ein Euro-Starter-Kit (hinten) und ein 20-Mark-Schein, die Redakteurin Ramona Löffler aufbewahrt hat. | Bild: Löffler, Ramona

Doris Eichkorn: Wir haben für unsere Kinder (Jahrgang 1998 und 2000) damals die überall zu findenden Euro-Sammelalben angeschafft, und ab der Erstausgabe wurden dann fleißig Jagd auf die Münzen im Geldbeutel von mir gemacht. Immer schauten wir, ob sich nicht doch noch eine der noch fehlenden Münzen seit dem letzten Einkauf darin eingefunden hat, die nur darauf wartet entdeckt und gesammelt zu werden.

Irgendwann ließ natürlich die Euphorie der Jäger nach, und so klaffen noch heute kleine Lücken im Album. Was uns nie bei der Jagd begegnet ist, waren die Vatikan-Münzensätze deren Ein-Euro-Münzen mit dem Portrait des jeweiligen Papstes versehen sind. Eine weitere kleine Sammlung mit Sonderprägungen gibt es ebenfalls noch.

Das deutsche Euro-Starter-Kit links und verschiedene Münzen aus anderen Ländern.
Das deutsche Euro-Starter-Kit links und verschiedene Münzen aus anderen Ländern. | Bild: Löffler, Ramona

Constanze Wyneken: In Dublin nennt man die Busse Bananenbusse. Das liegt daran, dass sie groß sind und gelb und entweder es kommt gar keiner oder viele auf einmal. In eben einen solchen Bananenbus stieg ich zusammen mit meiner Mutter bei Ankunft in der Landeshauptstadt der Republik Irland am 1. Januar des Jahres 2002. Man musste damals beim Betreten des Busses noch bar und exakt abgezählt bezahlen.

Ich hatte brav bereits die genau Summe an Euro-Cent-Münzen in meiner Hosentasche und legte diese dem Busfahrer auf seinen Kassenteller. Er bestaunte jedes einzelne dieser Geldstücke ungläubig, kramte dann noch seine Brille heraus und beäugte die Münzen noch mehr. Dann sagte er, dass er dieses Spielgeld zwar nicht akzeptieren, uns aber trotzdem mitnehmen würde und fuhr los.

Fünf D-Mark
Fünf D-Mark | Bild: Löffler, Ramona

Claudia Ladwig: Zur Einführung des Euros erhielten unsere drei Söhne von meinen Eltern jeder ein Sammelalbum mit Fächern für sämtliche neue Münzen. Fortan wurde gesammelt – von den Großeltern wie auch von uns. Jede beim Einkauf erhaltene Münze wurde umgedreht und genau studiert. Es war faszinierend, wie schnell sich ausländische Münzen mit den deutschen mischten. Herauszufinden, woher das neue Geld stammte, war jedes Mal ein kleines Abenteuer und die Jungs waren stolz, wenn sie ein seltenes Exemplar einsortieren konnten.

Ich erinnere mich, dass ich anfangs immer umrechnete: Ein Euro entsprach über den Daumen gepeilt etwa zwei Deutschen Mark. Ein wenig bedauerte ich, dass wir in Auslandsurlauben künftig mit dem gleichen Geld bezahlen würden wie hier, weil ich das fremde Geld immer als etwas Besonderes empfand, aber nüchtern gesehen vereinfachte der Euro das Einkaufen natürlich.

Das könnte Sie auch interessieren