Schon zum neunten Mal fand die Stockacher Tischmesse statt – und lockte viele Menschen in die Jahnhalle. Dabei zeigten die Aussteller die ganze Bandbreite der Betriebe in Stockach und Umgebung. Neben diversen Dienstleistern präsentierten sich Betriebe aus Industrie, Handwerk und der Baubranche. Stark vertreten waren auch die Bereiche Gesundheit, Handel und Genuss.

Kooperation ist wichtig

Bürgermeister Rainer Stolz hob zur Eröffnung die wichtige Verbindung zum Landkreis und zur Verwaltungsgemeinschaft hervor. „Vieles können wir nur leisten, wenn wir eng miteinander kooperieren.“ Der Besuch von Landrat Zeno Danner zeige diese Verbundenheit ebenso wie die Besuche von der Grünen-Landtagsabgeordneten Dorothea Wehinger und Dennis Schäuble von der Handwerkskammer Konstanz.

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„Unsere Stadt präsentiert sich als wirtschaftsfreundlicher Standort. Unser Ziel ist es, möglichst viel Qualität in Stockach zu bekommen“, so Stolz weiter. Man sei jedoch nicht immer da, wo man sein wolle, daher sei die Unterstützung im Landkreis bei Themen, die nicht allein zu lösen sind, gut und wichtig. Ebenso wichtig sei, dass „die Stadt, ihre Mitarbeiter und die Betriebe gemeinsam eine starke Macht bilden können und zusammen daran arbeiten, dass wir noch präziser, stärker und präsenter werden können“.

Landkreis verzeichnet Wirtschaftswachstum

Die Tischmesse als Werk von Wirtschaftsförderin Regina Schlecker sei ein tolles Angebot für die Menschen der Region, die hiesigen Besonderheiten kennenzulernen. Er ermunterte die Gäste, intensiv auf die Aussteller zuzugehen. „Das ist ein traumhaftes Angebot einer Kleinstadt, die wir gerne sind.“

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Zeno Danner sagte in seinem Grußwort, Stockach mache ihm Mut. „Insgesamt konnten 2020 nur zwei Landkreise beziehungsweise ein Stadtkreis einen Zuwachs des nominalen Bruttoinlandsprodukts verzeichnen. Spitzenreiter war der Landkreis Konstanz mit einem Plus von 1,4 Prozent gegenüber 2019. Wir können uns alle applaudieren.“ Quer durch die Branchen habe man gut zusammengehalten. Die Vernetzung untereinander sei ein Grundstein, um große Herausforderungen gemeinsam anzugehen.

Im Außenbereich erklärt Stadtjugendpfleger Frank Dei das Bogenschießen.
Im Außenbereich erklärt Stadtjugendpfleger Frank Dei das Bogenschießen. | Bild: Claudia Ladwig

Er sprach die Energie- und Flüchtlingskrise an. „Jede Woche kommen über 100 Geflüchtete im Landkreis an, doppelt so viele wie 2015.“ Städte, Gemeinden und der Landkreis bräuchten auch dafür das Handwerk. Es sei wichtig, zu wissen, was der andere kann. „Leben Sie diesen Geist des Miteinanders, dann kommen wir über alle Krisen hinweg und haben die Chance, erfolgreich in die Zukunft zu gehen.“

Regionale Produkte international

In der Halle hatte jedes Unternehmen einen Tisch. Martin Zeiher wollte mit seinen Mitarbeitern erreichen, dass die Firma Zorn auch als Maschinenbauer erkannt wird. Viele Leute dächten bei dem Namen an die Produktion von Lampen – so hatte das Unternehmen vor über 70 Jahren begonnen. Auch Rival hat mehr zu bieten als Bürsten, viele Produkte würden aber unter anderem Namen verkauft, erzählten Steffen Maier und Katharina Strehl. Kurt Zinser, Werksleiter bei STS, erklärte, man fertige Bauteile für den internationalen Markt.

Dass Stockacher Unternehmen weltweit tätig sind, unterstrich auch Yvonne Rieble von der Kohler Medizintechnik GmbH. Die Produktionskette befinde sich hier, die Produkte würden aber global vertrieben.

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Andere Aussteller zeigten regionale Angebote. Dazu zählten im Dienstleistungsbereich unter anderem die Stadtwerke, das Krankenhaus und sein Förderverein, die Volkshochschule, aber auch Finanzunternehmen, Versicherungen und Werbeagenturen.

Helfer für Carsharing-Start gesucht

Die Initiative klimaschonende Mobilität Stockach warb für Carsharing. Spätestens Anfang 2023 wolle man in Stockach und Wahlwies je ein Fahrzeug zur Verfügung stellen. Man suche noch ernsthafte Interessenten, um den Start gut zu schaffen, so Bernd Rüffer.

Nicole König und Fabian Friemann von der Hörwelt Jana Ritter bieten einen Hörtest an.
Nicole König und Fabian Friemann von der Hörwelt Jana Ritter bieten einen Hörtest an. | Bild: Claudia Ladwig

Die Besucher strömten bis zum späten Nachmittag in die Halle. Viele äußerten sich lobend.

Auch Alteingesessene lernen einen Betrieb neu kennen

Manfred Kehlert, ehemaliger Schulleiter der Realschule in Stockach, sagte: „Toll zu wissen, was es in Stockach alles gibt. Die Vielfalt hat uns beeindruckt.“ Werner Gaiser, stellvertretender Bürgermeister, gab zu: „Man läuft durch Stockach und kennt viele Firmen nicht. Es ist interessant, neue Einblicke zu gewinnen.“ Auch Karl-Hermann Rist, Stadtrat der Grünen in Stockach, war überrascht, wie viele Firmen sich zeigten. Auffällig war für ihn, dass im Gesundheitsbereich relativ viel geboten war. Sebastian Martin, der erstmals mit der Schwenk Training GmbH teilnahm, fand die Möglichkeit der direkten Vernetzung mit anderen Unternehmen sehr gut.

Auch die Hauptorganisatorin Regina Schlecker zog gegen Ende ein positives Fazit. Die gute Stimmung und die große Besucherzahl freuten sie sehr.