Im Kampf gegen das Coronavirus sollen flächendeckende Impfungen einen großen Beitrag leisten. Um das möglichst schnell umzusetzen, bereiten sich nun Unternehmen im Land darauf vor, ihre Belegschaft in den Betrieben impfen zu lassen – auch in Stockach.

Die Sülzle-Gruppe etwa, die ihren Hauptsitz in Rosenfeld hat und zu der die in Stockach ansässige Firma Sülzle Stahlpartner gehört, will seinen Angestellten an allen deutschen Standorten schnellstmöglich eine Impfung durch die Betriebsärzte anbieten. Wie die Sülzle-Gruppe in einer Pressemeldung bekannt gibt, habe man sich dazu entschlossen, die Sache selbst in die Hand zu nehmen, nachdem für viele Menschen noch unklar sei, „wer wann, wo und wie geimpft wird“. In den kommenden Wochen sollen sich die rund 1000 Beschäftigten des Unternehmens an den 24 Standorten impfen lassen.

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„Wir sind von der Notwendigkeit der Impfung absolut überzeugt“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Heinrich Sülzle in der Mitteilung. „Die Pandemie können wir nur gemeinsam bezwingen, wenn wir möglichst schnell eine Herdenimmunität von über 70 Prozent erreichen. Als familiengeführtes, mittelständisches Unternehmen sind wir uns hier unserer Verantwortung für Mitarbeiter und Region bewusst und wollen gezielt einen Beitrag leisten, bald zu einem geregelten Leben zurückzukehren.“

Die Planungen laufen

Und nicht nur die Sülzle-Gruppe trifft bereits Vorkehrungen für Corona-Impfungen. Auch bei der Firma Gerhard Haas GmbH & Co. sind diese bereits Thema. Wie Rebecca Haas, Mitglied der Geschäftsführung, auf SÜDKURIER-Anfrage erklärt, habe man bereits mit dem zuständigen Betriebsarzt gesprochen. Sobald die Möglichkeit für Impfungen besteht, wolle man diese auch nutzen. „Die Planung besteht, die zuständigen Stellen sind informiert“, fasst es Rebecca Haas zusammen.

Nicht nur bei Sülzle Stahlpartner soll geimpft werden. Auch die Firma Gerhard Haas GmbH & Co. trifft Vorkehrungen.
Nicht nur bei Sülzle Stahlpartner soll geimpft werden. Auch die Firma Gerhard Haas GmbH & Co. trifft Vorkehrungen. | Bild: Marinovic, Laura

Ebenso will der Automobilzulieferer Eto Magnetic in Zukunft seine Mitarbeiter impfen lassen. So hat das Unternehmen in Stockach laut Geschäftsführer Michael Schwabe Interesse, sich an einem geplanten Pilotprojekt des Landes zu beteiligen, in dessen Rahmen testweise bereits Betriebsärzte mit dem Impfen beginnen sollen. Laut dem Sozialministerium des Landes wolle man zeitnah mit mehreren solchen Modellversuchen starten.

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Aber auch unabhängig davon sollen bei Eto Magnetic in Zukunft auf jeden Fall Mitarbeiter geimpft werden. Wie Michael Schwabe erklärt, laufen dafür bereits Vorbereitungen. So sollen die Mitarbeiter nach bestimmten Kriterien erfasst und priorisiert werden. „Wir würden mit denen beginnen wollen, die älter sind oder etwa bekannte Vorerkrankungen haben“, so Schwabe. Impfaktionen seien für Eto nicht neu, jeden Herbst werde auch gegen die Grippe immunisiert. „Da sind wir nicht unerfahren“, sagt Michael Schwabe.

Auch die Mitarbeiter von Eto Magnetic sollen in Zukunft geimpft werden.
Auch die Mitarbeiter von Eto Magnetic sollen in Zukunft geimpft werden. | Bild: Freißmann, Stephan

Nur wann darf geimpft werden?

Allerdings gibt es für die Unternehmen in Baden-Württemberg bei der Corona-Impfung derzeit noch ein entscheidendes Hindernis: Denn bisher stehen den Betriebsärzten noch gar keine Impfdosen zur Verfügung. Das Problem wird auch in der Mitteilung der Sülzle-Gruppe angesprochen. Wie der Betriebsarzt Hartmut Brillinger berichtet, sei noch unklar, wann und welchen Impfstoff das Unternehmen in welcher Menge erhalten werde. Der genaue Zeitpunkt der Impfungen in den Standorten hänge darum laut dem Schreiben davon ab, „wann die Bundesregierung die benötigten Impfstoffe zur Verfügung stellt“. Intern laufen jedoch schon die Vorbereitungen, sodass die Impfungen beginnen können, sobald die Mittel zur Verfügung stehen.

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Nach Möglichkeiten Start im Mai

Wie das Sozialministerium auf SÜDKURIER-Nachfrage mitteilt, begrüße man, „dass sich viele Betriebe bereits auf die Impfungen vorbereiten“. Man dränge den Bund, die Impfstoffverteilung direkt zu regeln. Impfungen in Unternehmen sollen „nach Möglichkeit noch im Mai insbesondere bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Risikogruppen starten“. Das Land werde mit einem Modellprojekt in den Justizvollzugsanstalten vorangehen und „einen Dialog für die Unternehmen organisieren, in den auch mittelständische Betriebe mit externen Betriebsärzten einbezogen werden sollen“.

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Bis es soweit ist, versuchen die Unternehmen, das Infektionsgeschehen mit Tests einzudämmen. Bei der Firma Gerhard Haas GmbH & Co. etwa haben Mitarbeiter die Möglichkeit, sich einmal in der Woche testen zu lassen, informiert Rebecca Haas. Dafür habe man extra Angestellte ausgebildet. Jedoch würden nicht alle an einem Tag, sondern abteilungsweise über die Woche verteilt getestet. Bei Eto Magnetic finden laut Michael Schwabe jeden Tag Corona-Tests statt, für die es ebenfalls dafür ausgebildete Mitarbeiter gibt. An bestimmten Tagen sei zudem extra ein Arzt in Stockach vor Ort, der für jeweils vier Stunden Tests durchführe.