Die Stadt Stockach ist eine von drei Kommunen, die am Pilotprojekt „Private Grundstücksentwässerungsanlagen“ teilnehmen darf. Initiiert hatte das Projekt das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Stockach wurde aus elf Bewerbern ausgewählt.

Ziel des Projekts sei es, Kenntnisse zu sammeln, um eine praxistaugliche Verordnung für Baden-Württemberg ausarbeiten zu können. Bei einer Informationsveranstaltung im Rathaus Stockach wurden 23 Bürger zur Projektteilnahme gewonnen. Jetzt wurden die Kanalsanierungsarbeiten vergeben.

Ingenieurbüro arbeitet mit Teilnehmern zusammen

Nach dem Wassergesetz sind Grundstückseigentümer verpflichtet, ihre Abwasserleitungen zu überprüfen. Auf Grundlage der bisherigen Kanaluntersuchung wurde vom Ingenieurbüro Dörschel für jedes Grundstück ein Sanierungsvorschlag erstellt und dieser mit dem Stadtbauamt und den Eigentümern abgestimmt. Die Sanierungskosten trägt jeder Eigentümer selbst, erhält aber vom Umweltministerium einen Zuschuss von 50 Prozent oder maximal 5000 Euro.

Dies gilt es zu verhindern: Ein solcher Rohreinbruch kann zu Verstopfung und Rückstau führen. Durch die Undichtigkeit kann Abwasser aus- und Grundwasser eintreten. Bild: Ingenieurbüro Irina Doerschel
Dies gilt es zu verhindern: Ein solcher Rohreinbruch kann zu Verstopfung und Rückstau führen. Durch die Undichtigkeit kann Abwasser aus- und Grundwasser eintreten. Bild: Ingenieurbüro Irina Doerschel

Die anfallenden Kosten im öffentlichen Bereich übernimmt die Stadt. Die Kanalsanierung geschieht in geschlossener und in offener Bauweise durch Verlegung neuer Abwasserkanäle und Einbau neuer Schächte. Für die Kanalsanierungsarbeiten in geschlossener Bauweise, also eine Renovierung mit Schlauchliner- und Reparaturverfahren, erfolgte eine beschränkte Ausschreibung. Am günstigsten war SKT-Kanalsanierung-Technik aus Innernzell mit einer Summe von rund 399.600 Euro.

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Für die Arbeiten in geschlossener Bauweise war die Firma Siegfried Umhauer aus Mühlingen mit einer Gesamtsumme von rund 53.800 Euro am günstigsten. Die Gesamtkosten beider Sanierungsverfahren betragen etwas weniger als 453.400 Euro. Davon trägt die Stadt 63.060 Euro und legt weitere knapp 260.000 Euro aus, die vom Umweltministerium erstattet werden sollen. Die übrigen Kosten bezahlen die 23 Eigentümer direkt an die zwei Firmen.