Das Berufsschulzentrum hat eine neue Schulleiterin. Die 46-jährige Saskia Metzler, die bereits im vergangenen Jahr als stellvertretende Schulleiterin das Ruder übernommen hatte, ist am ersten Schultag des neuen Schuljahres zur Schulleiterin bestellt worden.

Frank Kunzelnick vom Regierungspräsidium Freiburg und Eveline Hagen, Leiterin des Amts für Schulen und Bildung beim Landratsamt Konstanz, freuten sich über diese Lösung, und der langanhaltende Applaus des Kollegiums zeigte die große Zustimmung im Berufsschulzentrum (BSZ) Stockach.

Schneller Weg zur Schulleiterin

Es sei ein schöner Tag für die Schule, meinte Frank Kunzelnick. Er betonte, dass die Stelle innerhalb kürzester Zeit besetzt werden könne, sei dem guten Zusammenspiel von Regierungspräsidium Freiburg, Landkreis Konstanz und dem Kollegium zu verdanken.

Er zitierte Albert Einstein mit „Fantasie ist viel wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“, und fügte hinzu: „Sie brauchen Fantasie auch in dem Amt.“ Es gebe die Schranke Schulgesetz, aber es gebe auch kreative Ecken zum Ausgestalten.

Erst seit 2018 ist sie Oberstudienrätin

Er skizzierte Metzlers schnellen Weg bis zur Schulleitung. Nachdem sie zunächst im Hotelfach gearbeitet hatte, begann sie mit 30 Jahren zu studieren. 2008 habe sie während des Studiums beim damaligen Schulleiter Karl Beirer nachgefragt, ob sie sich schon einbringen dürfe. Beirer habe sie unter seine Fittiche genommen und gefördert.

Ihr Referendariat machte sie 2011, im Schuljahr 2012/13 war sie fertig. Mit den Fächern Deutsch und Englisch startete sie ihre Karriere im BSZ. 2014 folgte die Ernennung zur Studienrätin, 2018 zur Oberstudienrätin. Besonders spannend sei ihr Sondergebiet, nationale und internationale Kontakte zu betreuen und zu organisieren, so Kunzelnick. Seit Mai 2020 war Saskia Metzler stellvertretende Schulleiterin, es kam auch die Bestellung zur Studiendirektorin.

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Sie beide seien Frühaufsteher, erklärte er. „Wir können morgens vor acht Uhr telefonieren, wenn was brennt.“ Metzler sei ein großer Gewinn fürs Kollegium, er wünsche ihr weiterhin viel Freude, Spaß und ein großes Durchhaltevermögen, außerdem stets ein Ohr für die Vergangenheit, denn in den vergangenen Jahren sei nicht alles so gut gelaufen.

Er wünsche ihr aber auch ein Auge für die Zukunft: „Wo geht der Weg des BSZ hin? Man muss die Möglichkeiten nutzen, die sich bieten, damit wir alle irgendwie glücklich werden im Job.“ Und schließlich wünschte er „ein Lächeln für den Augenblick des Jetzt und Hier.“ Gute Stimmung übertrage sich immer auf Kollegen und Schüler.

Bewerbung überzeugte im Kreistag

Auch Kreis-Schulamtsleiterin Eveline Hagen – der Landkreis ist Schulträger – zeigte sich sehr froh und glücklich, dass die Schule nun hoffentlich wieder in einigermaßen ruhiges Fahrwasser komme. Nachdem Saskia Metzler sich erst Ende Juli im Kreistag vorgestellt hatte, habe sie frühestens im Oktober mit der Bestellung gerechnet, so Hagen. „Das habe ich noch nie so schnell erlebt.“

Sie lobte die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr. Diese habe ihr viel Freude bereitet, sei stets lösungsorientiert und sachlich gewesen. Schulleiter stünden oft vor großen Herausforderungen. „Umso glücklicher bin ich, dass Saskia Metzler sich auf die Stelle beworben hat.“ Sie hoffe, dass auch die Nachfolge der stellvertretenden Schulleitung schnell geregelt werde und schloss mit den Worten: „Karl Beirer wäre stolz auf Sie.“

Dann sprach Saskia Metzler. So schnell habe sie sich diesen Schritt nicht vorgestellt, sagte sie. Doch vor zwei Jahren habe der damalige stellvertretende Schulleiter Michael Butsch verkündet, dass er nicht bleiben werde, und es seien viele Dinge passiert, von denen niemand gedacht hätte, dass sie an dieser Schule passieren würden. Sie habe das große Ziel, weiterzumachen, „so wie wir uns das vorstellen. Unsere Arbeit auf den Schüler und die Schülerin ausrichten, ihnen den besten Start ins Leben und in die Karriere zu ermöglichen“.

Dank ans Kollegium

Sie lobte außerordentlich die Rückendeckung ihrer Kolleginnen und Kollegen. „Sonst wäre dieses Amt auch nicht möglich. Sie unterstützen mich sehr. Sonst hätte ich das nicht gemacht.“

Für den weiteren Weg der Schule hat sie klare Vorstellungen: „Ich möchte die Talente der Schüler fördern und unterstützen – auch diejenigen, die man nicht im Unterricht sieht.“ Sie höre aufmerksam zu und mache sich Notizen, wenn Schüler von ihren Hobbys oder Interessen erzählten. Auch ihre Kollegen machten das. „Wir sind so klein, dass wir den Blick für den einzelnen Schüler haben. Das kann eine große Schule so nicht leisten.“