Ein gelber Autokran und ähnliche Einsatz-Fahrzeuge bestimmten in diesem Jahr an vielen Tagen das Stadtbild in Stockach. Da wäre zum Beispiel der Vorabend des Schmotzigen Dunschtigs, an dem die Firma Moll mit einem Autokran in einer wortwörtlichen Nacht- und Schneegestöber-Aktion den Narrenbaum vor dem Bürgerhaus Adler Post gesetzt hat. Und dann gab es unter anderem auch den 10. Juni, als ein Autokran einen fast haushohen Narrenbaum-Stamm für die Fasnachts-Ausstellung durch ein Dachfenster in das Treppenhaus des Kulturzentrums Altes Forstamt hob. Oder am 10. Dezember stand ein solches Fahrzeug beim Adler-Kreisel und hob ein verunglücktes Auto aus der Aach.

Ein ungewöhnliches Jahr? Ja, Unternehmer Rolf Moll kann das bestätigen. So etwas wie mit dem VW-Bus im Bach komme vielleicht mal alle zehn Jahre vor. „Der Fahrer hatte einen absoluten Schutzengel“, sagt Moll. Auch als im Juli ein Laster mit einem rund 20 Tonnen schweren Kran im Zollbruck-Kreisel umgekippt und auf den Geh- und Radweg gestürzt war, seien mehrere Schutzengel am Werk gewesen, da dort gerade niemand gelaufen oder gefahren sei.

Februar: Der Autokran hat den Narrenbaum vor der Adler Post am Haken.
Februar: Der Autokran hat den Narrenbaum vor der Adler Post am Haken. | Bild: Rolf Moll

Was es bisher noch nie gab

Einen Narrenbaum per Autokran setzen habe Moll in seinen mehr als 30 Jahren in dieser Branche noch nie gemacht. Er habe seinen Spaß an einer solchen ungewöhnlichen Aktion, sagt er. Da aber gleichzeitig zwei Lastwagen-Bergungen als Aufträge reingekommen seien, habe er aber nur wenige Minuten selbst dabei bleiben können.

Einsatz im Februar 2021
Einsatz im Februar 2021 | Bild: Rolf Moll

Die Sondereinsätze hätten dieses Jahr stark zugenommen. Es werde sicherlich auch nicht mehr weniger, so Moll. Zum Beispiel gebe es inzwischen mehr Baumfällungen, wie die eines Mammutbaums in der Höhenstraße, der eine Gefährdung dargestellt habe. Aus Erfahrung weiß Moll, dass Versicherungen inzwischen Bäume bestimmter Größen nicht mehr versichern, da bei Sturm zu viel passieren könne. Der extreme Schnee im Januar und das Hochwasser Mitte Juli seien auch sehr fordernd gewesen.

November: Ein Mammutbaum in der Höhenstraße forderte selbst in Stücken die Gewichtsgrenzen eines Autokrans.
November: Ein Mammutbaum in der Höhenstraße forderte selbst in Stücken die Gewichtsgrenzen eines Autokrans. | Bild: Löffler, Ramona

Moll ist seit 1987 in diesem Bereich tätig und er sei daher mit speziellen Aktionen vertraut. Die Firma verfüge über fünf Kranfahrzeuge, die unterschiedlich einsetzbar seien. Für die Baumaktionen in der Oberstadt sei eines notwendig gewesen, das vor allem sehr weit ausfahrbar sei, um eine entsprechende Höhe erreichen zu können, erklärt Moll.

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Nächtliches Aufräumen wie die Heinzelmännchen

Obwohl die Firma vielen durch die Abschleppfahrzeuge und Autokräne bekannt ist, gibt es mehrere Geschäftszweige. Das Unternehmen übernimmt zum Beispiel auch für die Stadt das Kehren und Waschen der Straßen sowie das Aufräumen nach Ölunfällen. Das Team war beim extremen Hochwasser nach Starkregen Mitte Juli nachts im Einsatz.

Hochwasser beim Aach-Center nach Starkregen im Juli 2021
Hochwasser beim Aach-Center nach Starkregen im Juli 2021 | Bild: Rolf Moll

„Wie die Heinzelmännchen“, vergleicht Moll. Nachts sei alles gesäubert worden, sodass morgens die Straßen im Bereich des Aach-Centers, ZG-Kreisels und der Schiesser-Kreuzung wieder normal nutzbar gewesen seien. „Ein paar Zentimeter höher und das Aach-Center wäre überflutet gewesen“, ergänzt Moll rückblickend.

Hochwasser beim Aach-Center nach Starkregen im Juli 2021
Hochwasser beim Aach-Center nach Starkregen im Juli 2021 | Bild: Rolf Moll

Im Lauf der Jahre sei das Team gewachsen und mit der Erfahrung auch die Qualität. Es gebe einen Notdienst für die Technischen Betriebe der Stadt und auch eine enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr.

Eine besondere Herausforderung sei dieses Jahr auch der 15. Januar mit dem starken Wintereinbruch gewesen. Damals seien auf der Straße zwischen Hilzingen und Blumberg mehr als 50 Lastwagen liegengeblieben. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Moll. Die Trupps seien 48 Stunden im Einsatz gewesen.

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